Experten: Rückkehrende Marken haben Chancen auf nur acht Prozent der Verkaufsflächen in Moskau

Wait 5 sec.

Laut Olga Jarullina, Partnerin in der Handelsdirektion von dem Unternehmen BlackStone Keeping Company, liegt der Anteil der verfügbaren Flächen in russischen Einkaufszentren, die von ausländischen Marken genutzt werden könnten, falls diese auf den Markt zurückkehren, bei zwölf bis 15 Prozent. In Moskau ist dieser Wert sogar viel geringer – er liegt bei sieben bis acht Prozent.Jarullina zufolge können jetzt nur die Wiedereinsteiger, die über einen "nachgewiesenen Kundenkreis" verfügen, mit Premiumlagen in Einkaufszentren rechnen. Wobei es sich bei Premiumlagen nicht um Luxuslagen handelt, sondern um die am meisten nachgefragten Lagen, also um solche mit hohem Besucheraufkommen, meint die Expertin. Große russische Unternehmen, die sich inzwischen in den besten Einkaufszentren etabliert haben, werden nicht so einfach aufgeben, so das Portal Mosvich.mag dazu.Wie Jarullina in ihrem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti erklärte, liegt die Leerstandsrate in den Moskauer Top-Einkaufszentren derzeit bei nur drei bis fünf Prozent, da russische, türkische und asiatische Anbieter die Flächen nach dem Weggang westlicher Marken schnell besetzten. In Premium-Einkaufszentren wie dem GUM am Roten Platz in Moskau ist die Leerstandsquote überhaupt so minimal, dass es nahezu unmöglich ist, hier eine Filiale zu eröffnen. Darüber hinaus nimmt der Anteil der leerstehenden Flächen in hochwertigen Einkaufszentren in der Hauptstadt generell ab, so Jekaterina Nogai, Leiterin der Forschungs- und Analyseabteilung von IBC Real Estate. RIA Nowosti schreibt:"Nach dem Weggang internationaler Marken haben russische Einzelhändler die frei gewordenen Flächen umgehend besetzt. Nach Angaben von Nogai wurden seit dem zweiten Quartal des Jahres 2022 1,1 Millionen Quadratmeter durch einheimische Marken belegt. 'Binnen drei Jahren wurden die attraktivsten Einzelhandelsflächen fast vollständig belegt, sodass einige Einzelhändler bereits das Maximum an offenen Filialen erreicht zu haben glauben', sagte sie. Die Marken Lime und 12 Storeez zum Beispiel haben es geschafft, die Situation zu ihren Gunsten zu nutzen und sich dank des eingeschränkten Wettbewerbs deutlich zu entwickeln, indem sie nicht nur neue Läden an leeren Standorten eröffneten, sondern auch Flagship-Shops am Kusnezki Most und im GUM einrichteten."Jarullina betonte in einem Gespräch mit der Agentur auch, dass die Rückkehr westlicher Marken nicht die Verdrängung russischer Unternehmen bedeuten würde. "Der Wettbewerb würde sich verschärfen, aber der Markt hat sich bereits verändert, und nun müssen sich die westlichen Marken an die neuen Bedingungen anpassen und nicht nur ihre frühere Position zurückerobern", erklärte sie. Zum Beispiel wären Verträge für Einzelhandelsflächen in russischen Einkaufszentren für westliche Marken nicht mehr so einfach, stellen Experten fest. Alle Eigentümer von Einzelhandelsflächen werden auf jeden Fall hier strenge Klauseln für den Fall von Stillstandszeiten oder dem plötzlichen Auszug von Mietern in die Verträge mit westlichen Akteuren aufnehmen.Mehr zum Thema – Bis zu 350 West-Firmen sollen 2025 nach Russland zurückkehren