27.02.2025 12.02Online seit heute, 12.02 UhrDie israelische Armee wird sich Medienberichten zufolge vorerst nicht wie in der Waffenruhevereinbarung mit der Hamas vorgesehen aus einem Korridor des Gazastreifens an der Grenze zu Ägypten zurückziehen. „Wir werden den Philadelphi-Korridor nicht verlassen und nicht zulassen, dass sich die Mörder der Hamas (…) wieder durch Schmuggel aufrüsten“, zitierten die Zeitung Times of Israel und das Nachrichtenportal Ynet einen israelischen Beamten.Diese Weigerung könnte die seit dem 19. Jänner herrschende Waffenruhe und die Rückgabe der noch 59 israelischen Geiseln in der Gewalt der Islamisten gefährden. Im Rahmen der Waffenruhe war vereinbart worden, dass sich die israelischen Streitkräfte schrittweise aus dem Philadelphi-Korridor zurückziehen würden. Der Abzug sollte am Wochenende beginnen und rund eine Woche später abgeschlossen sein.Die erste Phase der Waffenruhe endet am Wochenende. Die Waffen sollen jedoch gemäß den Vereinbarungen auch darüber hinaus schweigen, solange Verhandlungen über eine zweite Phase laufen. Diese haben jedoch Berichten zufolge noch nicht begonnen.Gestern Abend wurden israelischen Angaben zufolge die Leichen von vier israelischen Geiseln im Gazastreifen an Vertreter des Roten Kreuzes übergeben. Wie von der israelischen Regierung gefordert, wurde die Übergabe diesmal nicht als makaberes Spektakel mit bewaffneten Hamas-Kämpfern und lauter Musik bei der Aushändigung der Särge inszeniert.Laut dem Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war darüber im Voraus Einigung mit den Islamisten erzielt worden. Seine Regierung hatte das zur Voraussetzung für die Freilassung weiterer palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen gemacht.Im Gegenzug für die Übergabe der toten Geiseln sollen rund 600 palästinensische Gefangene freigelassen werden. Augenzeugen zufolge fuhr ein erster Bus mit knapp 40 Gefangenen vom Militärgefängnis Ofer im besetzten Westjordanland in Richtung Ramallah. Der arabische Fernsehsender Al-Jazeera zeigte später Aufnahmen, wie sie bei der Wiedervereinigung mit ihren Angehörigen jubelnd in Empfang genommen wurden.