04. Juni 2026Das diesjährige Sankt Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (Spief) ist am Mittwoch eröffnet worden. Kurz zuvor hatten jedoch ukrainische Drohnen ein Exportterminal für Ölprodukte im Hafen in Brand gesetzt, weshalb dicke Rauchwolken über die Stadt zogen. Kommentatoren beleuchten den heutigen Wert des früher als "russisches Davos" bezeichneten Events und die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe auf Russland. Russlands Krieg gegen die UkraineAlle Zitate öffnen/schließen Andrey Pivovarov (RU) / 03. Juni 2026Andrey PivovarovLand des MediumsRusslandSprache des MediumsRussischIm eigenen Land zum Gejagten gewordenPolitiker Andrej Piwowarow schreibt auf Facebook:„Ein Luftangriff am 9. Mai [auf die Militärparade in Moskau] lässt sich nur dank Trumps Fürsprache abwenden. Putin möchte sich vor ausländischen Statisten auf dem Forum in Szene setzen, doch St. Petersburg begrüßt den Morgen vor dem Hintergrund brennender Trümmer. Dank neuer Drohnen-Technologien und der katastrophalen Leistung der russischen Luftabwehr kann die Ukraine praktisch an jedem Ort im europäischen Teil Russlands eine Bedrohung darstellen. Putins Anwesenheit bei jedweder bedeutenden Veranstaltung bedeutet nun nicht mehr nur ein Treffen mit dem Staatsoberhaupt, sondern birgt auch das Risiko eines neuen Drohnenangriffs. Aus dem erfolgreichen Anführer wird ein Unglücksbringer.“Andrei Pivovarov Zum Originalartikel Cotidianul (RO) / 03. Juni 2026CotidianulLand des MediumsRumänienSprache des MediumsRumänischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagPotemkinsches DorfAnspruch und Wirklichkeit klaffen beim Spief weit auseinander, schreibt Cotidianul:„Putin braucht die Veranstaltung, um drei Botschaften zu vermitteln. Er möchte dem heimischen Publikum zeigen, dass die Wirtschaft standhält – und dem Westen, dass die Sanktionen gegen die russische Wirtschaft nicht wirken. Den nicht-westlichen Partnern wird ein unbesiegbares Russland präsentiert – ein Staat, der ein wichtiger Markt und ein nützlicher Verbündeter bleibt. Das Problem ist, dass zwischen Botschaft und Realität eine Kluft besteht. Der Kreml kann zwar die Säle mit Delegationen füllen, bilaterale Gespräche ankündigen und von einer neuen globalen Architektur sprechen, aber er kann nicht verbergen, dass es Russland nicht gelungen ist, den Verlust von westlichem Kapital, westlicher Technologie sowie des Zugangs zu den internationalen Finanzmärkten zu kompensieren.“Mihai Isac Zum Originalartikel Svenska Dagbladet (SE) / 04. Juni 2026Svenska DagbladetLand des MediumsSchwedenSprache des MediumsSchwedischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativAuflage155.800 (2017)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagSchibstedOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigSeine Größe ist nun Russlands SchwächePutins Reich steht unter immensem Druck, analysiert Svenska Dagbladet:„Russlands enorme Größe machte einst eine Eroberung nahezu unmöglich. Doch im Zeitalter innovativer Präzisionswaffen mit großer Reichweite muss Putin nun feststellen, dass Größe und Ausdehnung des Landes seine Verteidigung erschweren. ... Gleichzeitig verschlechtert sich die Lage für Russland wirtschaftlich und militärisch zusehends. Der Kriegsverlauf selbst schwankt hin und her, doch die Ukraine hat einen zeitlichen Vorteil und technologische Überlegenheit. Die Russen mögen die Bedrohung momentan abwehren können, doch langfristig sind sie innovativ und wirtschaftlich im Nachteil.“Nils Bildt zur Homepage Corriere della Sera (IT) / 04. Juni 2026Corriere della SeraLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage208.000(2023)Herausgeber/VerlagRcs Mediagroup S.p.AOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigDas Ende einer IllusionDie Angriffe sind für Putin mehr als eine symbolische Demütigung, erklärt Corriere della Sera:„Sankt Petersburg ist ihm im Herzen geblieben. ... Dass seine Stadt angegriffen wird, hat für Wladimir Putin nicht nur den symbolischen Wert einer bitteren Demütigung. Es hat auch eine ganz konkrete strategische Bedeutung. Er, der Moskau und Sankt Petersburg immer vom Krieg in der Ukraine fernhalten wollte, fast wie in einer beruhigenden Blase, muss nun zur Kenntnis nehmen, dass der Krieg direkt in seinem Wohnzimmer tobt. Und das Märchen von der 'Sonderoperation' entpuppt sich als reine Illusion.“Paolo Valentino zur Homepage wPolityce.pl (PL) / 04. Juni 2026wPolityce.plLand des MediumsPolenSprache des MediumsPolnischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungnationalistischHerausgeber/VerlagFratria Sp. z o.o.Online-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiDeutschlands Business reißt die Brücken nicht einwPolityce.pl beleuchtet die Präsenz von Vertretern der deutschen Wirtschaft auf dem Spief:„Der Chef der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer, der es trotz des andauernden Krieges in der Ukraine recht gut geht, erklärt nun, es gehe darum, 'die wirtschaftliche Brücke nach Russland aufrechtzuerhalten', so wie es auch andere tun würden. Matthias Schepp fügt weiter aus, dass es um den 'Schutz von über 100 Milliarden Euro an deutschen Vermögenswerten in diesem Land' gehe, also um viel Geld. Was er gesagt hat, beweist nicht nur, dass ein Teil der deutschen Unternehmen in Russland geblieben ist, sondern ist auch klares Signal, dass eine tatsächliche Wiederaufnahme der Zusammenarbeit schon bald möglich ist.“Agnieszka Łakoma Zum Originalartikel Echo (RU) / 03. Juni 2026EchoLand des MediumsRusslandSprache des MediumsRussischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichPolitische AusrichtungregierungskritischHerausgeber/VerlagRadio Echo GmbHOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiStelldichein obskurer Kreml-FansFilmregisseur Olexander Rodnjanskyj macht sich in einem von Echo übernommenen Telegram-Post lustig über das "illustre" Publikum beim Petersburger Wirtschaftsforum:„Das Spief ist Russlands wichtigstes 'Schaufenster'. Eine anschauliche Demonstration für Ausländer, dass im Land 'alles gut läuft', business as usual, es keine Probleme gibt und auch kein Krieg herrscht. Auch von einer 'internationalen Isolation' ist keine Rede. Zu diesem Zweck werden Ausländer von zweifelhaften Ruf nach St. Petersburg geholt, die, gegen großzügiges Honorar, bereit sind, von Wladimir Putin zu schwärmen. ... Ein sehr interessantes 'Wirtschaftsforum' zeichnet sich ab: Verschwörungstheoretiker, Vergewaltiger und Antisemiten werden Putins Rede lauschen. Vor dem Hintergrund brennender Ölterminals.“Olexander Rodnjanskyj Zum Originalartikel