04.06.2026 14.48Online seit heute, 14.48 UhrDer Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz, Naim Kassem, hat die Verhandlungen mit Israel als „schamlos“ bezeichnet. Die Ankündigung Washingtons zu einer Waffenruhe sei ein „Fahrplan zur Vernichtung eines Teils des libanesischen Volkes“, so Kassem.Für die Miliz seien eine vollständige Waffenruhe und der Abzug Israels aus dem Süden des Libanon entscheidend. Solange Israel im Land bleibe, werde der Widerstand fortgesetzt. Zudem warnte Kassem, dass der Norden Israels nicht sicher sei, solange libanesische Dörfer bombardiert und Menschen getötet würden. Eine Verknüpfung der Präsenz der Hisbollah mit einer Waffenruhe oder einem israelischen Abzug lehnte er ab.Zuvor hatten sich Israel und der Libanon nach Angaben des US-Außenministeriums auf einen Weg zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Waffenruhe sei unter anderem abhängig von einer kompletten Einstellung der Angriffe der proiranischen Hisbollah-Miliz gegen Israel, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertreten in der US-Hauptstadt Washington.Im aktuellen Konflikt stehen einander Israel und die Schiitenmiliz gegenüber. Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei und hat auch kaum Einfluss auf die Hisbollah.Im Süden des Libanon wurde unterdessen ein Blauhelmsoldat bei einem nächtlichen Angriff auf einen UNO-Stützpunkt getötet. Zwei weitere Blauhelmsoldaten wurden bei dem Angriff mit Mörsergranaten verletzt, wie die UNO-Friedensmission im Libanon (UNIFIL) mitteilte.Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Belgrad handelt es sich bei dem Todesopfer um einen Staatsbürger Serbiens. Österreichische Soldaten waren laut Auskunft aus dem Verteidigungsministerium auf Anfrage der APA nicht unter den von dem jüngsten Mörserangriff Betroffenen.Israel warf der Hisbollah vor, für den Angriff verantwortlich zu sein. Eine Untersuchung der Flugbahn habe das eindeutig ergeben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.