15.10.2026 10.11Online seit heute, 10.11 UhrEin Schutzbrief soll künftig mögliche Fälle von Genitalverstümmelung verhindern. Bei dem Informationsschreiben handelt es sich um ein offizielles Dokument der Republik Österreich, betonten Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) bei der Vorstellung heute.Der Schutzbrief informiert unter anderem über die Rechtslage in Österreich und drohende rechtliche Konsequenzen, aber auch über gesundheitliche Folgen.Rund 11.000 Mädchen und Frauen betroffen„Genitalverstümmelung ist keine harmlose Tradition“, stellte Bauer bei der Präsentation im Bundeskanzleramt klar. Es handle sich vielmehr um „pure körperliche Gewalt“ mit extremen Folgen für Psyche und Gesundheit. Betroffen seien in Österreich rund 11.000 Mädchen und Frauen, obwohl es klare gesetzliche Regelungen gebe: Genitalverstümmelung sei verboten und werde mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft, auch wenn diese im Ausland durchgeführt werde.Genitalverstümmelung verletze die körperliche Unversehrtheit von Mädchen, betonte auch Holzleitner. Daher brauche es auch eine klare politische Haltung und konsequentes Handeln. „Körperliche Unversehrtheit von Mädchen und Selbstbestimmung sind für uns nicht verhandelbar“, betonte die Frauenministerin. Es handle sich um eine Menschenrechtsverletzung, die klar benannt werden müsse. In dem offiziellen Dokument werde daher auch die heimische Rechtslage dargelegt.Klare und respektvolle SpracheHilde Wolf, Leiterin der Koordinationsstelle FGM-C (Female Genital Mutilation), sieht in der Erarbeitung des Schutzbriefes einen wichtigen Schritt. Als Vorbild hätten dabei Deutschland und die Schweiz gedient.Wolf sieht in der heimischen Variante „ein konkretes verständliches Instrument, das wir Frauen und Mädchen in die Hand geben“. Das Dokument erkläre in klarer und respektvoller Sprache, dass Genitalverstümmelung in Österreich verboten sei. Aber auch die gesundheitlichen Folgen würden dargelegt.Der Schutzbrief selbst soll künftig nicht nur in gesundheitlichen wie pädagogischen Einrichtungen aufliegen. Auch Behörden sollten wissen, dass Genitalverstümmelung noch immer systematisch stattfinde, so Integrationsministerin Bauer. Das Dokument stehe zudem auch online zur Verfügung. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.