15.10.2026 11.30Online seit heute, 11.30 UhrDie Zahl der irregulären Einreisen nach Europa und der Asylanträge geht zurück. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die bei der Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben kommen. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 wurden im Mittelmeerraum 51.000 Ankünfte auf dem Seeweg registriert, gegenüber rund 86.000 im Vorjahreszeitraum.Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen von 1.248 auf 1.733, wie nun aus einem Dossier des italienischen Forschungszentrums Idos hervorgeht.Besonders gefährlich bleibt die zentrale Mittelmeerroute. Dort kamen in den ersten acht Monaten dieses Jahres 914 Menschen ums Leben, nach 827 im gleichen Zeitraum 2025. Das entspricht einem Anstieg von rund elf Prozent.Kritisch bewertet der Bericht auch die Bedingungen für die Seenotrettung. Einer von der Organisation Sea-Watch dokumentierten Erhebung zufolge kam es zwischen 2016 und 2025 in 72 Fällen zu Einschüchterungen und gewaltsamen Übergriffen auf NGO-Schiffe durch die libysche Küstenwache.Hinzu kämen staatliche Vorschriften, die Rettungsschiffe verpflichteten, nach jedem Einsatz einen Hafen anzulaufen. Auch die Zusammenarbeit mit Libyen steht im Fokus der Kritik.