15.10.2026 13.08Online seit heute, 13.08 UhrDie Werbeausgaben der Bundesregierung befinden sich weiterhin auf niedrigem Niveau. In Summe flossen im ersten Halbjahr 2026 5,8 Mio. Euro an Medien, wie die heute von der Medienbehörde KommAustria veröffentlichten Medientransparenzdaten zeigen.Nur im ersten Halbjahr 2025 (3,2 Mio. Euro) wurde im vergangenen Jahrzehnt weniger investiert. Insgesamt gingen die meldepflichtigen Werbeausgaben der öffentlichen Hand leicht von 176,8 Mio. Euro auf 173,9 Mio. Euro zurück.Am meisten ließen sich ÖVP-geführte Ministerien (etwa 2,9 Mio. Euro) Werbung in Medien kosten, zuvorderst das Verteidigungsministerium (ca. 2,1 Mio. Euro). SPÖ-geführte Ministerien brachten es auf rund zwei Mio. Euro, davon stammten rund 800.000 Euro aus dem Verkehrsministerium.Das Bildungsministerium unter NEOS findet sich an dritter Stelle mit ca. 630.000 Euro. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) hatte wiederholt betont, bei der Inseratenvergabe sparen zu wollen.Stattdessen forciert er, dass stärker in klassische Medienförderung investiert wird. So ist eine neue Zustellförderung angekündigt, wobei eine Einigung mit den Koalitionspartnern noch aussteht. Es spießt sich an der Frage, ob auch Gratismedien in den Genuss dieser kommen sollen.Stadt Wien halbierte WerbeausgabenDie Ausgaben der Stadt Wien brachen um 50 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 auf ca. 5,6 Mio. Euro ein. Das Land Oberösterreich steigerte seine Werbeinvestitionen dagegen um 400.000 Euro auf ca. 3,5 Mio. Euro.Niederösterreich blieb mit ca. 1,3 Mio. Euro stabil. Sämtliche Ausgaben von Organisationen, an denen die Länder beteiligt sind, sind hier nicht berücksichtigt.Die Linz AG warb mit sechs Mio. Euro am meisten unter den Rechtsträgern. Der Wirtschaftskammer (inkl. Länderorganisationen) werden rund 5,6 Mio. Euro ausgewiesen, der Arbeiterkammer (inkl. Länderorganisationen) ca. 3,9 Mio. Euro.Werbegelder für Google und Meta gestiegenDer ORF nahm ca. 3,8 Mio. Euro als Werber in die Hand und erhielt im gleichen Zeitraum rund 10,6 Mio. Euro durch Werbung öffentlicher Stellen. Damit lag das öffentlich-rechtliche Medienhaus noch etwas vor Google, das entgegen dem Trend weiter bei den Einnahmen auf rund 8,2 Mio. Euro zulegte.Auch Meta (Facebook, Instagram) legte leicht auf ca. 6,8 Mio. Euro zu, TikTok (ca. 850.000 Euro) ebenso. Generell stiegen die Werbeeinnahmen der internationalen Giganten abermals: um ca. eine Mio. Euro auf 17,4 Mio. Euro, die von Bund, Ländern, Kammern und auch (teil-)staatlichen Betrieben an sie flossen.Weniger Geld für BoulevardmedienAn die drei großen Boulevardmedien („Kronen Zeitung“, „Oe24“, „Heute“) gingen in Summe 11,8 Mio. Euro, ein Rückgang von rund 1,5 Mio. Euro, der u. a. auf die Werbekürzungen der Stadt Wien zurückzuführen ist.Bei der „Krone“ (ca. 6,2 Mio. Euro) fiel der Rückgang mit rund 200.000 Euro am geringsten aus. „Heute“ (ca. drei Mio. Euro, minus 680.000 Euro) und „Oe24“ (ca. 2,6 Mio. Euro, minus 740.000 Euro) traf es härter.Einen starken Rückgang verzeichnete auch die Gewista Werbegesellschaft, die sich auf Außenwerbung spezialisiert. Sie nahm rund 7,2 Mio. Euro ein und damit ca. 1,6 Mio. Euro weniger als noch im ersten Halbjahr 2025. Auch „Die Presse“ (ca. 1,8 Mio. Euro) verzeichnete ein deutliches Minus von fast 20 Prozent.Die Regionalmedien Austria (RMA) mit Titeln wie „Mein Bezirk“ blieben dagegen mit ca. 4,4 Mio. Euro von einem gröberen Werbeeinnahmenrückgang verschont. Merklich zulegen konnte die „Kleine Zeitung“ auf ca. 2,9 Mio. Euro (plus 350.000 Euro).