Proteste gegen Albaniens Regierung weiten sich aus

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15.10.2026 14.03Online seit heute, 14.03 UhrIn Albanien gehen die gewaltsamen Proteste junger Menschen gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung in den dritten Tag in Folge. Nach ersten Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstrierenden in der Hauptstadt Tirana weiteten sich die Ausschreitungen heute auf drei weitere Städte in dem EU-Kandidatenland aus.Reuters/Florion GogaDas Parlament in Tirana vertagte wegen der Gewalt auf den Straßen vorsichtshalber eine Plenarsitzung auf kommende Woche. Ministerpräsident Edi Rama bezeichnete die Proteste als Werk der Opposition, die verhindern wolle, dass Albanien ein Beitritt in die EU gelinge.In Tirana versuchten Demonstrierende indes erneut, sich dem Bildungsministerium zu nähern, worauf die Polizei mit Tränengas reagierte. In der Stadt Korca warfen die Protestierenden Berichten zufolge Steine und Molotowcocktails auf Schulen. Zu weiteren Protesten kam es in den Städten Durres und Lushnja.Während der vergangenen zwei Tage wurden in Tirana insgesamt fast 100 Polizisten verletzt und mehr als 100 mutmaßliche Randalierer festgenommen. Im Zentrum Tiranas hatten Protestierende unter anderem eine Bank und Räume einer Universität verwüstet.Der Zorn der Studierenden richtet sich gegen schlechte Studienbedingungen, hohe Ausbildungskosten und fehlende berufliche Perspektiven. Die Demonstrierenden forderten aber auch den Rücktritt des sozialistischen Ministerpräsidenten Rama, der seit 2013 in dem Balkan-Land regiert.