Ein nobler Kampf | Le Quotidien - Luxemburg

Wait 5 sec.

16. Oktober 2026In Frankreich haben erneut Schüler protestiert. Am Dienstag demonstrierten landesweit nach Behördenangaben 160.000 Menschen, die Organisatoren sprechen von 480.000. Auch zahlreiche Hochschulen waren blockiert. Für Samstag sind weitere Proteste geplant, an denen sich auch Studierende und Gewerkschaften beteiligen wollen. Die europäische Presse diskutiert die Gründe für die Wut und erklärt, warum sie sich auf andere Bevölkerungsgruppen ausweitet.Alle Zitate öffnen/schließen Le Quotidien (LU) / 14. Oktober 2026Le QuotidienLand des MediumsLuxemburgSprache des MediumsFranzösischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage4.000 (2022)Visits< 500.000Herausgeber/VerlagLumedia S.A.Online-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigEin nobler KampfDie Jugend will die Zukunft mitbestimmen, betont Le Quotidien:„Die Welt hat sich verändert und der Wettbewerb hat sich seit Ende der 2000er-Jahre weiter verschärft. Alles hat sich verschlimmert. Und wir sprechen hier nur vom Studium. Nicht einmal von der Arbeitswelt, die in einigen Branchen zu einem Dschungel geworden ist, in dem jeder Angestellte nur ein Element ist, das maximal ausgenutzt wird, bevor man es wegwirft, da es weniger wettbewerbsstark ist als eine Künstliche Intelligenz. Die jungen Franzosen sagen daher Stopp und ihre belgischen Kameraden sind ihnen in den vergangenen Wochen auf die Straßen gefolgt. Sie wollen angemessen arbeiten und nicht spüren, wie Ketten sich um sie verengen und sie hin in eine Zukunft ziehen, die sie nicht gewählt haben. Es ist ein nobler Kampf, doch sein Ausgang ist ungewiss.“Laurent Duraisin  Zum Originalartikel Eesti Rahvusringhääling (ERR Online) (EE) / 14. Oktober 2026Eesti Rahvusringhääling (ERR Online)Land des MediumsEstlandSprache des MediumsEstnischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativVisits500.000 – 1.000.000Herausgeber/VerlagERROnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiMedienbild zu einseitigErasmus-Studentin Calypso Baroin erklärt die Schülerproteste aus ihrer Sicht auf ERR Online:„Wenn ich die Medienberichterstattung verfolge, sehe ich, dass sie sich vor allem auf Gewalt, Einwanderung und die entstandenen Schäden konzentriert. Ich möchte eine andere Perspektive teilen, da ich als junge französische Studentin selbst mit der Situation in Berührung gekommen bin, die zu den Unruhen geführt hat. Ich erwarte nicht, dass estnische Journalisten alle Forderungen der Demonstranten unterstützen oder die Gewalt bzw. die verursachten Schäden ignorieren. Es gälte aber, die eigentlichen Ursachen der Unruhen und die von den jungen Menschen vorgebrachten Forderungen zu verstehen, bei Bedarf die unverhältnismäßige Reaktion der Polizei und der Behörden anzuerkennen und sich nicht nur auf die Bilder zu konzentrieren, die Aufmerksamkeit erregt haben.“Calypso Baroin  Zum Originalartikel L'Humanité (FR) / 15. Oktober 2026L'HumanitéLand des MediumsFrankreichSprache des MediumsFranzösischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksextremAuflage36.000 (2022)Visits1.000.000 - 5.000.000Herausgeber/VerlagSociété nouvelle du journal L'HumanitéOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigSchlaglicht auf verdrängte ProblemeDer Protest bringt die Vernachlässigten zusammen, würdigt L’Humanité:„Angesichts der belastenden Berichte von verachteten Jugendlichen ohne Lehrer kann die Regierung nicht weiter mit ihrer gewohnten Gleichgültigkeit Sparargumente vorbringen. Sie ist verantwortlich für dieses Jahrzehnt der Zerstörung im öffentlichen Bildungssektor. Wir verdanken es dieser solidarischen und mutigen Jugend, dass sie dies greifbar und offensichtlich gemacht hat. Aber auch, dass sie die Aussicht auf eine Bündelung der Kämpfe mit den vielen anderen Verlierern des Macronismus wiederbelebt hat – Menschen, die unter den hohen Lebenshaltungskosten, Entbehrungen und der schleichenden Fremdenfeindlichkeit ersticken. Diese Dynamik kann alles ändern. Eine starke soziale Bewegung würde die Forderungen nach Gleichheit, Steuergerechtigkeit und Umweltschutz zurück ins Zentrum der Debatte rücken.“Laurent Mouloud  Zum Originalartikel Süddeutsche Zeitung (DE) / 14. Oktober 2026Süddeutsche ZeitungLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage284.503 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagSüddeutsche Zeitung GmbHOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigJetzt wehrt euch doch auch mal!Die Süddeutsche Zeitung fragt sich, warum nicht auch in Deutschland demonstriert wird:„Seit Jahren wird die miserable Situation an den Schulen beklagt – doch es tut sich zu wenig. Überall fehlen Lehrkräfte, selbst die Bildungsministerkonferenz, die nicht im Verdacht steht, das Problem schönzurechnen, geht von 50.000 unbesetzten Stellen bis 2035 aus. Und schon heute reichen die Lehrer vielerorts nicht aus, um den Regelunterricht zu decken, von Inklusion oder Sprachförderung ganz zu schweigen. ... Manche Schulen sind so marode, dass ihre Fassade mit Netzen gesichert werden muss. ... [Man möchte] den Lehrern wie Schülern dieses Landes im Angesicht der Proteste in Frankreich zurufen: Jetzt wehrt euch doch auch mal. Selbstverständlich ohne Gewalt. Aber wehrt euch. Es ist Zeit.“Sara Maria Behbehani  Zum Originalartikel