Westjordanland: Zehn Festnahmen nach Siedlerangriffen

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19.10.2026 09.38Online seit heute, 9.38 UhrNach gewaltsamen Übergriffen auf eine US-Journalistin und europäische Diplomaten im besetzten Westjordanland hat die israelische Polizei zehn Verdächtige festgenommen. Die Festnahmen erfolgten bei einem nächtlichen Einsatz von Polizei, Armee und dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet, wie die Behörden heute mitteilten.Dem israelischen Militärradio zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um israelische Staatsbürger. Ihnen werden unter anderem Gewalttaten und der Verstoß gegen militärische Auflagen für Sperrgebiete vorgeworfen. Polizeichef Daniel Levy sagte, das Gesetz gelte für jeden. Strafverfahren gegen israelische Siedler im Westjordanland sind selten.Am Freitag hatten maskierte israelische Siedler die Fotojournalistin Heidi Levine von der US-Zeitung „Washington Post“ bei der Berichterstattung über eine palästinensische Olivenernte angegriffen. Levine musste im Krankenhaus an der Hand operiert werden.Am Samstag wurden Diplomaten aus Frankreich, Belgien und Polen sowie ein französischer Bürgermeister im Westjordanland attackiert. Dabei wurde ein belgisches Diplomatenfahrzeug beschädigt. Die USA und die betroffenen europäischen Staaten hatten daraufhin auf ein konsequentes Einschreiten der israelischen Justiz gedrängt.Lesen Sie mehr …Während der israelische Außenminister Gideon Saar und das Militär „israelische Randalierer“ für die Angriffe verantwortlich machten, äußerte sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zurückhaltender.Er erklärte, die Diplomaten seien ohne Abstimmung mit dem Militär in ein sensibles Konfliktgebiet gereist. Zudem seien die Hintergründe des Überfalls auf Levine unklar. Israels Präsident Jizchak Herzog entschuldigte sich hingegen für den Vorfall.