WIFO: Arbeitsunfälle und -erkrankungen kosten 12,4 Mrd. Euro

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14.10.2026 16.59Online seit heute, 16.59 UhrDie Gesamtkosten von arbeitsbedingten Unfällen und Erkrankungen betrugen im Jahr 2023 beachtliche 12,4 Mrd. Euro, wie aus einer heute veröffentlichten WIFO-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) hervorgeht.Wobei Arbeitsunfälle nur einen kleinen Teil der Kosten ausmachten. Fast 90 Prozent der Schadenssumme entstünden durch arbeitsbedingte Erkrankungen. Den Großteil der Gesamtkosten würden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst zahlen, nämlich 58,3 Prozent. Weitere 30,8 Prozent die Kranken- und Pensionsversicherung. 10,8 Prozent würden auf die Arbeitgeber entfallen.AK sieht Arbeitgeber in der PflichtInes Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien, sieht die Arbeitgeber in der Pflicht: „Jene, die den Schutz der Beschäftigten vernachlässigen, steigen mit 10,8 Prozent der Kosten extrem billig aus. Den großen Brocken tragen die Beschäftigten mit ihrer Gesundheit und herben Einkommensverlusten.“Und wenn gar nichts mehr ginge, würden die Menschen über Langzeitkrankenstände, Reha-Geld oder Arbeitslosigkeit ins öffentliche Auffangnetz abgeschoben, so Stilling.Direkte Kosten vergleichbar geringAls Basis der Berechnungen nahm das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) Behandlungskosten, betriebliche Kosten von Fehlzeiten bis hin zum Unterstützungsbedarf im privaten Kontext.„Die reinen Behandlungskosten beim Arzt oder im Spital machen mit 11,7 Prozent nur einen kleinen Teil aus. Fast 60 Prozent der Gesamtkosten entstehen durch entgangene Wertschöpfung, Produktionsausfälle und Produktivitätsverluste sowie Folgekosten für die Betroffenen“, rechnete WIFO-Ökonomin Christine Mayrhuber vor.Die direkten Kosten beliefen sich auf rund 1,9 Mrd. Euro. Davon entfielen lediglich 1,4 Mrd. Euro auf die tatsächliche medizinische Behandlung im Spitals- oder Praxisbereich, während der Rest aus Zuzahlungen der Versicherten (325 Mio. Euro), informeller Angehörigenpflege (120 Mio. Euro) und Verwaltung (38 Mio. Euro) bestehe.Psychische Erkrankungen nehmen zuWährend Arbeitsunfälle seit Jahren rückläufig seien, würden vor allem psychische Erkrankungen zunehmen. Allein im Jahr 2023 habe es über 54.000 neu aufgetretene arbeitsbedingte psychische Erkrankungen gegeben. Von den über 168.000 arbeitsbedingten Erkrankungen im Jahr 2023 entfielen mehr als vier Fünftel auf nur zwei Problemfelder: Muskel-Skelett-Erkrankungen vor psychischen Belastungen.Die Zahl der arbeitsbedingten Erkrankungen wurden aus der Global-Burden-of-Diesease-Datenbank (GBD 2023) des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) abgeleitet, hieß es von der AK Wien auf ORF.at-Anfrage. Diese würden für einzelne Krankheiten angeben, welcher Anteil der Fälle durch berufliche Belastungen verursacht wird. Daraus wurde aus der Gesamtzahl der Neuerkrankungen die Zahl der arbeitsbedingten Fälle errechnet.