Mit Googlebook OS hat Google kürzlich ein neues Betriebssystem für Notebooks eingeführt, das auf Android basiert und langfristig auch mit Windows und macOS konkurrieren soll. Wer sich das System genauer anschauen möchte, muss dafür nicht unbedingt einen neuen Laptop kaufen. Ein Entwickler hat eine Möglichkeit geschaffen, Googlebook OS auf Macs mit Apple-Prozessor in einer virtuellen Maschine auszuführen. Gleichzeitig erweitert Google sein Betriebssystem um eine Linux-Umgebung, die insbesondere für Entwickler und KI-Anwendungen interessant ist.Googlebook OS auf Apple Silicon startenDas Open-Source-Projekt „gbos-vm“ ermöglicht es, Googlebook OS über den Emulator QEMU auf einem Mac auszuführen. Grundlage ist die offizielle Wiederherstellungskopie eines Dell XPS Googlebook. Ein Installationsskript lädt die benötigten Dateien herunter und ersetzt hardwarespezifische Bestandteile durch Komponenten aus Googles Cuttlefish-Projekt.Besonders interessant ist die Grafikbeschleunigung. Über Vulkan, Venus und MoltenVK lassen sich die Grafikbefehle bis zu Apples Metal-Schnittstelle durchreichen. Dadurch funktioniert nicht nur die grundlegende Darstellung, sondern auch die hardwarebeschleunigte Ausgabe. Der Entwickler demonstrierte den Betrieb auf einem MacBook Pro mit M5-Chip und 16 GB Arbeitsspeicher.Für den Alltag eignet sich die Lösung allerdings noch nicht. Bluetooth verursacht Abstürze, ein Sicherheitsdienst startet wiederholt neu und die Bildwiederholrate ist auf 60 Hz begrenzt. Zudem nutzt die virtuelle Maschine veränderte Systemkomponenten und softwarebasierte Sicherheitsschlüssel. Wer Googlebook OS lediglich kennenlernen möchte, erhält damit dennoch eine interessante Experimentiermöglichkeit.Linux-Terminal für Entwickler und KI-AnwendungenParallel dazu hat Google eine Linux Terminal Preview für Googlebook OS vorgestellt. Sie stellt eine Debian-basierte Linux-Umgebung innerhalb einer abgeschotteten virtuellen Maschine bereit. Darüber lassen sich Entwicklungswerkzeuge wie Python, Git oder Node.js nutzen. Auch KI-Werkzeuge wie Claude Code und Googles Antigravity gehören zu den vorgesehenen Einsatzmöglichkeiten.Die Trennung vom eigentlichen Betriebssystem soll verhindern, dass fehlerhafte Befehle oder automatisierte KI-Aktionen das System beschädigen. Auf persönliche Dateien können die Werkzeuge nur zugreifen, wenn entsprechende Verzeichnisse ausdrücklich freigegeben werden. Bei Problemen lässt sich die virtuelle Linux-Umgebung zurücksetzen.Google plant bereits weitere Verbesserungen. Dazu gehören die Integration grafischer Linux-Anwendungen in den App-Launcher, USB-Durchleitung für Entwicklungswerkzeuge und eine dynamische Zuweisung von Arbeitsspeicher und Speicherplatz. Auch die Beschleunigung durch GPU und NPU steht auf der Entwicklungsliste. Konkrete Termine für diese Erweiterungen nennt Google bislang nicht.Damit entwickelt sich Googlebook OS zunehmend über seine Android-Wurzeln hinaus. Ob es als Alternative zu macOS bestehen kann, hängt allerdings auch davon ab, wie gut Google klassische Desktop-Anwendungen integriert. Gerade hier zeigen erste Tests noch deutlichen Nachholbedarf.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag Googlebook OS läuft jetzt auch auf Macs mit Apple Silicon wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.