Kiew warnt vor Einbruch von Getreideexporten

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04.08.2026 16.26Online seit heute, 16.26 UhrWegen der großangelegten russischen Angriffe auf ukrainische Schwarzmeer-Häfen muss die Ukraine verstärkt auf alternative Exportrouten für ihr Getreide ausweichen. Diese dürften jedoch frühestens Ende August die erforderliche Kapazität erreichen und lediglich rund die Hälfte der bisherigen Ausfuhrmengen bewältigen, sagte der ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj heute der Nachrichtenagentur Reuters.Seit fast zwei Wochen seien keine Schiffe mehr in die Häfen rund um Odessa eingelaufen. Die direkten Verluste für den ukrainischen Agrarsektor könnten sich in diesem Jahr auf 1,5 bis drei Milliarden Dollar (1,3 bis 2,6 Mrd. Euro) belaufen.Russland hat den Beschuss von zivilen Schiffen und der Hafeninfrastruktur mit Raketen und Drohnen zuletzt deutlich verschärft. Allein im Juli verzeichnete das ukrainische Infrastrukturministerium 35 Angriffe auf Schiffe in Häfen und 22 auf offener See. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es 14 Attacken. Die Regierung in Moskau spricht von Angriffen auf militärische Ziele.Als wichtigste Ausweichroute für die Ukraine gilt nun der Schienenverkehr, da die Schifffahrt auf der Donau wegen historisch niedriger Wasserstände infolge einer Dürre vorerst stark eingeschränkt ist.Die Entwicklung bedroht auch die globale Ernährungssicherheit. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Agrarexporteure und hatte in den vergangenen Erntejahren einen Anteil von etwa sechs Prozent an den weltweiten Weizen- und elf Prozent an den Maisausfuhren.Wyssozkyj warnte davor, dass die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe schnellen könnten, wenn Russland den Schiffsverkehr im Schwarzen Meer weiterhin blockiere. „Nahrungsmittel werden teurer, und für die Ärmsten könnten sie schlicht unerschwinglich werden“, sagte der Minister.