Kurswechsel: Deutsches Social-Media-Verbot rückt in weite Ferne

Wait 5 sec.

Während in Deutschland weiterhin über Altersgrenzen für soziale Netzwerke diskutiert wird, haben sich die Bildungsminister der Länder erstmals auf gemeinsame Leitlinien zum Umgang mit Social Media im schulischen Umfeld verständigt.Abschlusserklärung der BildungsministerkonferenzIm Mittelpunkt steht dabei nicht die Forderung nach einem Verbot, sondern die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Die verabschiedete Erklärung (PDF-Download) umfasst Maßnahmen für Schulen, Lehrkräfte und Eltern und soll den Umgang mit digitalen Plattformen langfristig begleiten.Die Initiative reiht sich in eine breitere Debatte ein. Erst am Vortag hatte sich der Deutsche Ethikrat gegen ein pauschales Mindestalter für soziale Netzwerke ausgesprochen und stattdessen einen risikobasierten Ansatz empfohlen. Nun setzen auch die Bildungsminister auf Aufklärung, Prävention und digitale Bildung statt auf starre Zugangsbeschränkungen.Social-Media-Verbot sehr unwahrscheinlichDie Position der Bildungsminister markiert zugleich eine deutliche Abgrenzung von Entwicklungen in anderen Ländern. In Australien gilt inzwischen eine gesetzliche Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Netzwerke. Plattformbetreiber müssen dort verhindern, dass Minderjährige Konten anlegen können, andernfalls drohen hohe Bußgelder. Auf ifun.de hatten wir über die Verabschiedung des Gesetzes berichtet.Auch in Norwegen wurden zuletzt strengere Altersvorgaben angekündigt, während in Frankreich weitergehende Einschränkungen für Kinder und Jugendliche durchgesetzt wurden. Selbst Finnland prüft inzwischen ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige und orientiert sich dabei ausdrücklich am australischen Modell.Social Media kommt in LehrpläneNach Auffassung der Länder reicht es nicht aus, Kinder und Jugendliche lediglich vor Risiken zu warnen. Schulen sollen künftig stärker vermitteln, wie digitale Angebote verantwortungsvoll genutzt werden können. Themen wie Cybermobbing, Datenschutz, Hassrede, Desinformation und der Umgang mit KI-generierten Inhalten sollen deshalb verbindlich in Bildungs- und Lehrplänen verankert werden.Die Erklärung verweist darauf, dass Jugendliche inzwischen durchschnittlich fast vier Stunden täglich am Smartphone verbringen. Gleichzeitig würden viele junge Nutzer Schwierigkeiten haben, ihre Nutzung sozialer Netzwerke selbst zu begrenzen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten zudem Zusammenhänge zwischen intensiver Social-Media-Nutzung und Problemen wie Schlafstörungen, Stress oder einem erhöhten sozialen Vergleichsdruck.Als Antwort darauf soll der Unterricht stärker auf sogenannte digitale Resilienz ausgerichtet werden. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Risiken zu erkennen, Informationen kritisch zu hinterfragen und ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren. Auch der Einfluss von Deepfakes und anderen KI-generierten Inhalten wird ausdrücklich als neues Lernfeld genannt.PDF-Download: Umgang mit Social Media im schulischen BereichThe post Kurswechsel: Deutsches Social-Media-Verbot rückt in weite Ferne first appeared on iphone-ticker.de.