21.06.2026 12.53Online seit heute, 12.53 UhrRund zwei Wochen vor dem NATO-Gipfel in Ankara sind laut einem Bericht vom Wochenende in der Türkei kritische Beiträge zu dem internationalen Treffen im Internet gesperrt worden.Nach Angaben der Website Engelli Web (sinngemäß etwa: blockiertes Web), die die Sperrung von Websites verfolgt, hat ein Gericht die Seite mit dem Namen „NatoDefol“ („Nato, hau ab“) mit Verweis auf die nationale Sicherheit und öffentliche Ordnung gesperrt. Aus demselben Grund sei auch die Website einer Onlineunterschriftenaktion mit dem Titel „Nato´ya Hayir“ („Nein zur NATO“) gesperrt worden. Die Seiten konnten von der Türkei aus nicht geöffnet werden.Wie Engelli Web bereits gestern auf der Plattform X schrieb, hat ein Gericht außerdem die Sperrung eines Artikels der linksgerichteten Zeitung „Sol“ („Links“) angeordnet. Darin wird kritisiert, dass dringende Reparaturarbeiten, etwa an Straßen, erst angesichts des Gipfels angegangen werden. Der Artikel war in der Türkei zunächst weiter erreichbar. Die Regierung hatte die Gesetze zur Regulierung von sozialen Netzwerken und Websites in den letzten Jahren immer wieder verschärft.Während des Gipfels Anfang Juli müssen sich die Bewohner der Hauptstadt Ankara auf zahlreiche Einschränkungen einstellen. Konzerte oder andere Veranstaltungen wurden in dem Zeitraum untersagt, Beamte für eine Woche beurlaubt und Prüfungen verschoben.Die Polizeidirektion in Ankara wies die Stadtverwaltung Medien zufolge zudem an, Straßenhunde vor dem Gipfel einzusammeln und damit ein scharf kritisiertes Gesetz umzusetzen.Die Zeitung „Cumhuriyet“ berichtete von umfassenden Erneuerungsarbeiten. So würden etwa Häuserfassaden entlang der Strecke zum neuen Flughafen, über den Staatsgäste anreisen sollen, gestrichen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den zuvor militärisch genutzten Flughafen vor einer Woche auch für den zivilen Verkehr eröffnet. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu werden rund um den Gipfel 40.000 Beamte der Polizei und der Gendarmerie im Einsatz sein.