FOTOKERSCHIBezirk Kirchdorf, Lauterbach. Ein anspruchsvolles Einsatzszenario stand am 17.Juni 2026 im Mittelpunkt einer gemeinsamen Übung des Roten Kreuzes Kirchdorf sowie der Feuerwehren Lauterbach und Inzersdorf im Kremstal. Bei der realitätsnah ausgearbeiteten Übungsannahme waren sowohl technische Rettungsmaßnahmen als auch die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst gefordert. Ausgangspunkt des Szenarios war ein schwerer Verkehrsunfall während laufender Forstarbeiten. Ein Traktor war damit beschäftigt, Baumstämme aus dem Wald zu ziehen, als ein herannahender PKW mit den auf dem Forstweg befindlichen Holzstämmen kollidierte. Durch die Wucht des Aufpralls verlor der Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der PKW stürzte rund 50 Meter über einen Forstweg ab und kam schließlich in Seitenlage zwischen einem Baum und einer Böschung zum Stillstand.Die Folgen des Unfalls beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Fahrzeuginsassen. Durch die Kollision wurden mehrere Baumstämme weggeschleudert. Eine zufällig vorbeikommende Spaziergängerin wurde dabei im Beinbereich eingeklemmt und schwer verletzt. Für die Einsatzkräfte ergaben sich dadurch mehrere Einsatzstellen, die gleichzeitig abgearbeitet werden mussten.Während sich ein Teil der Feuerwehr gemeinsam mit dem Roten Kreuz um die verletzte Spaziergängerin kümmerte, wurde die Unfallstelle abgesichert und die technische Rettung vorbereitet. Mithilfe von Hebekissen und hydraulischem Rettungsgerät gelang es den Feuerwehrkräften schließlich, die eingeklemmte Person schonend aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Anschließend wurde sie vom Roten Kreuz medizinisch versorgt.Parallel dazu konzentrierten sich weitere Einsatzkräfte auf die Rettung der beiden Insassen des abgestürzten Unfallfahrzeuges. Aufgrund der schwierigen Lage des PKW musste das Fahrzeug zunächst umfassend gesichert werden, um ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen. Ein Notfallsanitäter des Roten Kreuzes stieg als sogenannter „Innerer Retter“ in das Fahrzeug ein und betreute die Verletzten bereits während der laufenden Rettungsmaßnahmen.Um die Patienten möglichst schonend aus dem deformierten Fahrzeug zu retten, entschieden sich die Einsatzkräfte für eine Dachöffnung. Mit einer Säbelsäge wurde das Fahrzeugdach entfernt, wodurch ausreichend Platz für die patientengerechte Rettung geschaffen werden konnte. Nach der erfolgreichen Rettung wurden die beiden Personen an das Rettungsteam übergeben und weiter versorgt.Die Übung zeigte eindrucksvoll die Bedeutung einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst bei komplexen Einsatzlagen. Insbesondere die Koordination mehrerer Rettungsabschnitte sowie die Kommunikation zwischen den beteiligten Organisationen standen im Fokus der Übung.Im Anschluss an die erfolgreich abgearbeitete Einsatzübung trafen sich alle Beteiligten im Feuerwehrhaus Lauterbach zur gemeinsamen Nachbesprechung. Dabei wurden die einzelnen Maßnahmen analysiert, Erfahrungen ausgetauscht und wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Einsätze gewonnen.