18.06.2026 09.17Online seit heute, 9.17 UhrNur knapp jede zweite Integrationsprüfung in den Sprachniveaus A2 und B1 wird bestanden. Laut einer Anfragebeantwortung von Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) an die Grünen ist die Erfolgsquote bei den Prüfungen, in denen sowohl Deutschkenntnisse als auch Werte abgefragt werden, rückläufig.Das Ministerium führt das unter anderem darauf zurück, dass weniger Personen aus Herkunftsländern mit hohen Bestehensquoten antreten.Während 2023 noch 53 Prozent der A2-Prüfungsantritte positiv absolviert wurden, waren es 2025 nur noch 48 Prozent. Genauso sieht es bei den B1-Prüfungsantritten aus: 2023 lag die Erfolgsquote bei 55 Prozent, 2025 bei 49 Prozent. Im Schnitt treten Personen nun auch häufiger bei den Prüfungen an: Beim Niveau A2 waren es 2023 im Schnitt 1,28 und 2025 1,43 Antritte pro Person, bei B1 2023 1,24 und 2025 1,48 Antritte.Prüflinge mit weniger formaler BildungVermehrt würden Personen zu den Prüfungen antreten, die vorher einen Alphabetisierungskurs besucht haben, was eine besondere Herausforderung darstelle. Insbesondere Personen mit geringer formaler Bildung oder ohne schulische Vorerfahrung würden mehr Zeit und Antritte benötigen, um die Prüfungen zu bestehen.Außerdem sinke die Anwesenheit in den Kursen leicht. Personen, die häufiger im Unterricht dabei sind, hätten aber höhere Bestehensquoten, teilte das Ressort mit.Integrationspflicht geplantKnapp 10.000-mal sollen Deutschkurse im Jahr 2025 unentschuldigt abgebrochen worden sein. Die Regierung plant eine Integrationspflicht, die verschärfte Maßnahmen beim Abbruch von Integrationsprogrammen vorsieht.Das Programm soll laut Regierungsübereinkommen unter anderem den Erwerb der deutschen Sprache, Wertevermittlung und Integrationsberatung umfassen, bei Nichterfüllung sollen Sanktionen wie Leistungskürzungen folgen. Zuletzt gab es zwischen SPÖ und ÖVP hier allerdings Unstimmigkeiten.