20.06.2026 15.00Online seit heute, 15.00 UhrIm Korruptionsprozess gegen die Ehefrau des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez, Begoña Gomez, hat der zuständige Richter der 55-Jährigen Reisen ins Ausland untersagt.Wie aus einem heute veröffentlichten Beschluss von Richter Juan Carlos Peinado hervorgeht, muss sie ihren Reisepass abgeben und sich zweimal monatlich bei den Behörden melden.Das Gericht erklärte weiter, es würden „Anweisungen an alle Grenzübergänge sowie zivilen und militärischen Flughäfen erteilt“, um sicherzustellen, dass Gomez das Ausreiseverbot einhalte. Außerdem wurde bekannt, dass sie sich vor einem Geschworenengericht verantworten muss.Zwei Jahre ErmittlungenNach zweijährigen Korruptionsermittlungen war im April Anklage gegen die 55-Jährige erhoben worden. Ihr werden Unterschlagung, Einflussnahme, Korruption und Veruntreuung zur Last gelegt. Konkret soll eigens für sie ein Lehrstuhl an der Universität Complutense in Madrid eingerichtet worden sein, der ihr zur „privaten beruflichen Weiterentwicklung“ gedient habe. Gomez und Sanchez weisen die Vorwürfe zurück.Der Ministerpräsident hat seit längerem mit mehreren Korruptionsaffären in seinem Umfeld und in seiner sozialistischen Partei PSOE zu kämpfen. So begann Ende Mai ein Prozess gegen Sanchez’ Bruder David, der ebenfalls von einer für ihn maßgeschneiderten Stelle profitiert haben soll.Auch Zapatero im Visier der JustizAuch gegen den früheren Regierungs- und Parteichef Jose Luis Rodriguez Zapatero, der von 2004 bis 2011 Ministerpräsident war und der eine Galionsfigur der Linken in Spanien ist, wird unter anderem wegen illegaler Einflussnahme und Vorteilsnahme ermittelt. Er soll sich während der Coronavirus-Pandemie für staatliche Hilfen an eine Fluglinie eingesetzt und im Gegenzug Bestechungsgelder angenommen haben. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.