19.06.2026 20.08Online seit heute, 20.08 UhrDie EU-Kommission plant ein neues Instrument zur Verringerung der Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen aus China. Das sei nötig, um Risiken zu verringern, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute nach dem EU-Gipfel in Brüssel.Sie sprach von „klarer Unterstützung für eine europäische Antwort, die auf der Einheit der Mitgliedsstaaten und dem Dialog mit China beruht“. Die EU müsse das Problem globaler Ungleichgewichte angehen. Konkrete Maßnahmen wurden nicht genannt. Um Zölle soll es bei den Gesprächen der Staats- und Regierungsspitzen nicht gegangen sein.Die EU ist derzeit bei mehreren Rohstoffen stark von China abhängig – etwa bei Magnesium und Seltenerdmetallen. Seltenerdmetalle stecken in Bildschirmen von Smartphones und Fernsehern, aber auch in den Antrieben für Elektromotoren, Halbleitern und Turbinen.China hatte im April 2025 Exportkontrollen verhängt. Die Maßnahme wurde als Vergeltungsmaßnahme für die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump verstanden, die China besonders stark traf.Bei ihrem Treffen am Mittwoch im französischen Evian hatten sich die Spitzen der führenden Industrienationen (G-7) darauf verständigt, Obergrenzen für die Einfuhr bestimmter Rohstoffe zu erreichen, um so das Risiko der Erpressbarkeit durch Länder wie China zu verringern.EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hatte Anfang Juni für ein Instrument zur Diversifizierung geworben. Jeder Hochrisikosektor müsse von der Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten befreit werden.Neben der Abhängigkeit von Rohstoffen setzt auch die oftmals billigere chinesische Konkurrenz Europas Industrie zu. Das Land exportiert mit enormer staatlicher Förderung viel, kauft gleichzeitig wenig ein und erzielt damit Rekordüberschüsse.