Deutschland verzichtet auf EU-Alters-App und setzt auf EUDI-Wallet

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Deutschland will die von der EU entwickelte Altersverifikations-App offenbar nicht als eigenständige Anwendung einsetzen. Stattdessen soll die geplante EUDI-Wallet künftig auch für den Altersnachweis genutzt werden. Dies erklärte Kristina Yasuda, Identity Systems Architect beim nationalen EUDI-Wallet-Projekt, während einer aktuellen Präsentation der staatlichen Digital-Wallet.Damit zeichnet sich erstmals ab, welchen Weg Deutschland bei der Umsetzung der neuen europäischen Vorgaben einschlagen könnte. Die EU-Kommission hatte erst im Frühjahr eine technische Lösung für digitale Altersnachweise vorgestellt. Mitgliedstaaten können dabei entweder eine eigenständige Anwendung bereitstellen oder die Funktion in bestehende Systeme integrieren. Zuletzt hatte die Kommission die Staaten sogar aufgefordert, entsprechende Lösungen noch vor Ende 2026 bereitzustellen.Altersnachweis ohne Offenlegung persönlicher DatenTechnisch soll die Altersverifikation nach dem gleichen Prinzip funktionieren wie andere Nachweise innerhalb der Wallet. Dienste erhalten lediglich die Information, dass eine Altersgrenze erfüllt wird. Weitere personenbezogene Daten müssen dabei nicht übermittelt werden.Genau dieser Ansatz gehört zu den Grundprinzipien der EUDI-Wallet. Bereits auf der offiziellen Projektseite wird als Beispiel genannt, dass sich die Volljährigkeit bestätigen lassen soll, ohne zusätzliche Angaben zur Identität preiszugeben.Ab Januar 2027: Digitalminister konkretisiert Pläne für staatliche AppsDie Altersprüfung wäre damit kein eigenständiger Vorgang mehr, sondern ein weiterer Nachweis innerhalb der digitalen Identität. Nutzer würden dieselbe Infrastruktur verwenden, die künftig auch digitale Ausweise, Führerscheine oder andere Berechtigungen verwalten soll.Mehr als 175 AnwendungsfälleDie Vorbereitungen für den Start der EUDI-Wallet laufen unterdessen weiter. Nach Angaben des Projektteams wurden bislang mehr als 330 Anwendungsfälle eingereicht. Über 175 davon befinden sich bereits in der sogenannten Sandbox. In dieser Testumgebung erproben Behörden, Unternehmen und Entwickler konkrete Einsatzszenarien der digitalen Identität.Dort werden derzeit unterschiedliche Identifizierungsprozesse erprobt. Genannt werden unter anderem Banken, Bildungseinrichtungen und Logistikunternehmen. Als Beispiel führt das Projekt die Abholung von Paketen an. Künftig sollen Nutzer einzelne Nachweise direkt aus der Wallet freigeben können, ohne ihren vollständigen Personalausweis vorzeigen zu müssen.Parallel bereitet das Projekt den Start eines Bug-Bounty-Programms vor. Externe Sicherheitsforscher sollen dabei helfen, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.Die erste öffentliche Version der deutschen EUDI-Wallet soll Anfang 2027 erscheinen.The post Deutschland verzichtet auf EU-Alters-App und setzt auf EUDI-Wallet first appeared on iphone-ticker.de.