14.05.2026 08.38Online seit heute, 8.38 UhrIn der kubanischen Hauptstadt Havanna ist es wegen der schwersten Stromausfälle seit Jahrzehnten zu Protesten gekommen. Hunderte Menschen strömten gestern Abend (Ortszeit) in mehreren Außenbezirken der Stadt auf die Straßen.Sie zündeten Müllhaufen an und blockierten so die Wege. Zahlreiche Menschen schlugen aus Protest auf Töpfe und skandierten „Macht das Licht an“ und „Das vereinte Volk wird niemals besiegt werden“. Es war die größte Protestnacht in Havanna seit Anfang der Energiekrise zu Jahresbeginn.Kuba ist wegen der im Jänner verschärften US-Sanktionen von der Treibstofflieferung aus dem Ausland abgeschnitten. Der kubanische Energieminister Vicente de la O Levy erklärte, seinem Land seien Diesel und Heizöl vollständig ausgegangen. Das Stromnetz sei in einem „kritischen Zustand“.„Absolut kein Brennstoff mehr“„Wir haben absolut keinen Brennstoff und absolut keinen Diesel“, sagte er in den staatlichen Medien. „Wir haben keine Reserven.“ Die Stromausfälle hätten drastisch zugenommen. Viele Stadtteile Havannas seien 20 bis 22 Stunden pro Tag ohne Strom. Das verschärfe die Spannungen in einer Stadt, die bereits unter dem Mangel an Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten leide.Die Vereinten Nationen (UNO) hatten die Treibstoffblockade durch die USA vergangene Woche als unrechtmäßig bezeichnet. Sie behindere das „Recht des kubanischen Volkes auf Entwicklung“ und untergrabe gleichzeitig seine „Rechte auf Nahrung, Bildung, Gesundheit sowie Wasser und sanitäre Einrichtungen“.Blockade seit JahresanfangSeit Monaten blockieren die USA Treibstofflieferungen an Kuba mit fast zehn Millionen Menschen. Weder Mexiko noch Venezuela, bisher Kubas wichtigste Öllieferanten, lieferten seit einer entsprechenden Anordnung von US-Präsident Donald Trump. Dieser droht jedem Land, das Treibstoff an den kommunistisch geführten Staat exportiert, mit Zöllen.Kuba führe weiterhin Verhandlungen über Treibstoffimporte, so de la O Levy weiter, die steigenden Preise würden das aber erschweren. Das nationale Netz werde vollständig mit heimischem Rohöl, Erdgas und erneuerbaren Energien betrieben. Ein Großteil der Kapazität der zuletzt installierten Solaranlagen gehe aufgrund der Instabilität des Netzes infolge des Treibstoffmangels verloren. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.