13.05.2026 13.44Online seit heute, 13.44 UhrDer Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek befasst sich auch heute mit den anfänglichen Ermittlungen nach dem Tod des ehemaligen Justizsektionschefs. Als erste Auskunftsperson wurde die Leiterin der Staatsanwaltschaft Krems, Susanne Waidecker, befragt.Waidecker verteidigte die Ermittlungen. Für ihren Maßstab sei es eine „sehr schöne Ermittlung“ der Kriminalpolizei gewesen, sagte sie. Alles habe „zusammengepasst“. Die Übertragung des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt könne sie daher nicht nachvollziehen.Für Staatsanwaltschaft „08/15-Akt“Für die Staatsanwaltschaft habe es sich um einen „08/15-Akt“ nach dem Auffinden einer Wasserleiche gehandelt. Die Polizisten und Spurenermittler am Fundort seien vorbildlich vorgegangen: „Ich habe selten eine so schöne Dokumentation gesehen“, sagte die Leiterin der Behörde, die sich schon in ihrem Eingangsstatement bemühte, „Irrtümer aufzuklären und Missverständnisse auszuräumen.“Kein Verdacht auf StraftatZudem wolle sie „Irrtümer aufklären und Missverständnisse ausräumen“, wie die Juristin sagte. Im TV sehe man Gerichtsmediziner, die den Polizisten schnellstmöglich Auskunft geben. In der Realität sei das aber anders: Für ganz Niederösterreich stünden zwei Gerichtsmediziner zur Verfügung, lange Zeit habe es nur einen gegeben.Kritik daran, dass Pilnaceks Handy nicht als Beweismittel sichergestellt worden war, entgegnete sie wie mehrere Ermittler vor ihr im U-Ausschuss: Es habe schlicht keinen Verdacht auf eine Straftat gegeben. Auch diverse „Verschwörungstheorien“ zu Pilnaceks Tod kritisierte Waidecker, die auch jede politische Nähe von sich wies.Fälle „pfannenfertig“ ermitteltVorwürfe, nicht aktiv ermittelt zu haben, wies die Leiterin der Staatsanwaltschaft entschieden zurück. Auch die Polizei habe „das, was in ihren Möglichkeiten steht, sehr gut abgehandelt“, sagte sie. Den Großteil der Verfahren bekomme man „pfannenfertig“.Mit dem verantwortlichen Chefinspektor habe sie zwar immer wieder telefoniert, aber: „Ich kann mich nicht erinnern, dass dazu besonders viele Gespräche gewesen wären.“ Den Schluss, die Kopfwunde Pilnaceks stamme von der Bergung durch einen Schiffshaken, habe sie durch das Betrachten von Fotos gezogen.Weitergabe des Handys weiter ThemaDie Causa Pilnacek wurde nach Aufkommen von Vorwürfen gegen die Kremser Behörde an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt übertragen. Vorrangig geht es um die Weitergabe des Handys Pilnaceks an seine Witwe und darum, dass dieses nicht als Beweismittel sichergestellt wurde.Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gegen die betroffenen Beamten war von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wieder eingestellt worden.