Dänisches Parlament bekommt eigenen Priester

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02.07.2026 09.44Online seit heute, 9.44 UhrDas dänische Parlament (Folketing) wird Anfang Oktober einen eigenen Priester bekommen. So lautet die Entscheidung des parlamentarischen Leitungsgremiums in Kopenhagen.„Viele von uns könnten Seelsorge und Gespräche über Glaube und Hoffnung gebrauchen“, erklärte Ida Auken von den Sozialdemokraten laut Kathpress in einem Interview mit „DR Nyheder“. „Ein Priester kann auch über Vergebung sprechen, die man nach langer Zeit in der Politik gebrauchen könnte“, so Auken. Die Vereinbarung wurde zwischen dem Parlament und dem evangelisch-lutherischen Kopenhagener Bischof Peter Skov-Jakobsen getroffen.Befürwortet wird die Entscheidung vor allem von Auken. Die neue Gesundheits- und Kirchenministerin brachte die Idee bereits im Herbst 2025 in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Kristeligt Dagblad“ erstmals vor. Die Dänische Volkskirche (Folkekirken) ist die evangelisch-lutherische Staatskirche Dänemarks und damit die offizielle Religion des Landes.Wie dänische Medien berichten, stößt das neue Angebot innerhalb der Politik aber vereinzelt auf Ablehnung. Eine kritische Stimme kommt etwa von der Kirchenvorsteherin Signe Wenneberg von der linksliberalen Partei Alternativet. Laut Wenneberg sei Religion eine reine Privatsache, die nicht mit der parlamentarischen Arbeit vermischt werden sollte.Peder Hvelplund von der linksradikalen Partei Enhedslisten äußerte sich ebenso skeptisch, da es ihm zufolge ein merkwürdiges Signal sei, die Kirche ins Parlament einzuladen.