Tim Cook spricht mit EU über Siri AI: Bewegung im festgefahrenen Streit

Wait 5 sec.

Im Streit um die Einführung von Siri AI in Europa scheint Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu kommen. Wie die Financial Times berichtet, haben Apple-Chef Tim Cook und die für Digitalpolitik zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen am Dienstag ein virtuelles Gespräch geführt. Beide Seiten bezeichneten den Austausch demnach als konstruktiv.Die finnische Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen | Photo: Mikko MäntyniemiIm Mittelpunkt stand offenbar die Frage, wie Apple die neue KI-Version von Siri auch in der Europäischen Union auf iPhone und iPad anbieten kann, ohne gegen die Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte, den Digital Markets Act (DMA), zu verstoßen. Bislang hatte Apple angekündigt, die neuen Funktionen zum Start von iOS 27 und iPadOS 27 in der EU nicht bereitzustellen. Als Grund nannte das Unternehmen die europäischen Interoperabilitätsvorgaben.Streit dreht sich um den Zugriff auf GerätedatenWie bereits berichtet, argumentiert Apple, dass Siri AI für viele Funktionen auf persönliche Informationen aus Nachrichten, Kalendern, E-Mails, Fotos und anderen Apps zugreifen muss. Nach Auffassung des Unternehmens verlangt der DMA jedoch, dass konkurrierende Sprachassistenten unter vergleichbaren Bedingungen ebenfalls Zugriff auf diese Daten erhalten können.Siri AI (nicht) in Europa: Apple macht die EU verantwortlichApple hatte deshalb bereits Ende vergangenen Jahres ein technisches Konzept vorgestellt, das intern als “Trusted System Agent” bezeichnet wird. Diese zusätzliche Softwareebene soll zwischen den persönlichen Daten auf dem Gerät und externen KI-Diensten vermitteln. Dadurch könnten alternative KI-Assistenten bestimmte Informationen nutzen, ohne direkten Zugriff auf sämtliche Gerätedaten zu erhalten. Laut dem Bericht wurde dieses System bislang jedoch nicht umgesetzt. Apple habe zunächst Klarheit über die regulatorischen Anforderungen gefordert.Die EU-Kommission sieht den Sachverhalt anders. Nach Angaben der Financial Times fehlte bislang ein konkreter technischer Vorschlag. Stattdessen habe Apple vor allem versucht, einen zeitlichen Aufschub bei den Interoperabilitätsvorgaben zu erreichen. Aus Sicht der Kommission hätte dies Apple einen deutlichen Vorsprung gegenüber konkurrierenden KI-Anbietern verschafft.Öffentlicher Druck auf beide SeitenDer Konflikt hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Apple machte die EU öffentlich für die Verzögerung verantwortlich. Die Kommission widersprach dieser Darstellung und erklärte, dass neue Funktionen grundsätzlich auch in Europa eingeführt werden könnten, sofern sie den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.Laut der Financial Times führte die öffentliche Auseinandersetzung inzwischen zu zahlreichen Beschwerden von Verbrauchern bei der EU-Kommission. Gleichzeitig beobachten auch die USA den Streit aufmerksam, da die amerikanische Regierung die europäischen Digitalgesetze wiederholt kritisiert hat.The post Tim Cook spricht mit EU über Siri AI: Bewegung im festgefahrenen Streit first appeared on iphone-ticker.de.