01.07.2026 12.40Online seit heute, 12.40 UhrIn einem Wettlauf gegen die Zeit haben Rettungsteams in Venezuela heute ihre Suche nach Überlebenden des verheerenden Doppelerdbebens fortgesetzt. Die Hoffnung, eine Woche nach dem Unglück mit fast 2.000 Toten noch Verschüttete lebend zu finden, schwindet. Vereinzelt gibt es aber noch Lichtblicke.Vor einer Woche hatten zwei starke Erdbeben Venezuela erschüttert, bis gestern wurden nach offiziellen Angaben mehr als 1.900 Todesopfer geborgen. Mehr als 10.500 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der UNO werden mehr als 50.000 Menschen vermisst. Wie Parlamentspräsident Jorge Rodriguez sagte, hielten sich etwa 30.000 von ihnen im Hafengebiet der Küstenstadt La Guaira auf, die am stärksten zerstört wurde.Rodriguez sagte, dass fast 6.500 Menschen in La Guaira von Suchmannschaften aus den Trümmern gerettet worden seien. Er ging aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Überlebenden wahrscheinlich eher bei 20.000 liegt, weil sich zahlreiche Verschüttete aus eigener Kraft oder mit der Hilfe von Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn befreit hätten.Fachleuten zufolge sind die ersten 72 Stunden nach einer Naturkatastrophe entscheidend, um noch Überlebende zu finden. Ganze sechs Tage nach dem Beben hatten jordanische Rettungskräfte gestern noch einen Dreijährigen lebend aus den Trümmern in Caracas geborgen. Der Bub habe Erste Hilfe erhalten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der jordanische Zivilschutz mit.In Venezuela trafen viele Such- und Rettungsteams erst nach Ablauf des kritischen Zeitfensters im Erdbebengebiet ein. Viele Menschen suchen immer noch ohne professionelle Hilfe oder Ausrüstung nach Verschütteten. In der besonders schlimm betroffenen Küstenstadt La Guaira suchen auch viele Menschen in der Leichenhalle nach vermissten Angehörigen.