02.07.2026 11.22Online seit heute, 11.22 UhrDie Hausärzte und -ärztinnen haben heute die im Rahmen der Reformpartnerschaft präsentierten Regierungsvorhaben im Gesundheitsbereich teils kritisch kommentiert.Vor allem dem starken Fokus auf den Ausbau von Primärversorgungszentren (PVZ bzw. PVE) begegnet man in der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) mit Skepsis.Der politische Wille zur Stärkung der Primärversorgung sei zwar zu begrüßen, hieß es. PVEs allein seien aber „kein Allheilmittel für die hausärztliche Versorgung Österreichs“, hieß es.Problematisch sei, dass der Ausbau der Primärversorgung in den vergangenen Jahren „fast ausschließlich über Zentren erfolgt ist, während andere, gleichwertige Organisationsformen wie Einzel- und Gruppenpraxen sowie insbesondere Primärversorgungsnetzwerke (PVN) bislang nur schleppend umgesetzt wurden“.„Ein alleiniger Fokus auf Zentren bedeutet in der Praxis eine klare Benachteiligung der ländlichen Bevölkerung“, sagte ÖGAM-Präsident Peter Kowatsch. Auch der vom Ministerium betonte Blick auf lange Öffnungszeiten sei aus fachlicher Sicht kein taugliches Qualitätskriterium für gute Primärversorgung.Um eine „faire und flächendeckende“ Primärversorgung sicherzustellen, fordert die ÖGAM einen „gleichwertigen Zugang zu nicht ärztlichen Berufsgruppen“, und zwar unabhängig von der Organisationsform. Das betreffe Einzelordinationen und Gruppenpraxen, „etwa über neue Pool-Modelle“. Außerdem fordern die Hausärzte einen beschleunigten Ausbau von Primärversorgungsnetzwerken (PVN).