30.06.2026 12.00Online seit heute, 12.00 Uhr14 der 183 Nationalratsabgeordneten verdienen neben ihrem Abgeordnetengehalt monatlich mehr als 12.000 Euro pro Monat dazu. Der typische Spitzenverdiener ist männlich und kommt aus der FPÖ, das ergab eine Auswertung der Transparenzdaten des Parlaments durch die APA. Heute endet die Frist für die Meldungen. Neun der 14 Mandatare in der höchsten Einkommensklasse sitzen demnach im FPÖ-Parlamentsklub. Insgesamt findet sich nur eine Frau unter den Topverdienern.Insgesamt 265 bezahlte Nebentätigkeiten haben die 183 Nationalratsabgeordneten aktuell gemeldet, wobei die Verteilung nicht gleichmäßig ist. 43 Abgeordnete gehen keiner bezahlten Tätigkeit nebenbei nach, viele andere haben aber gleich mehrere Nebenjobs. Spitzenreiter ist wie schon in den Vorjahren Axel Kassegger (FPÖ) mit insgesamt 9 bezahlten außerparlamentarischen Funktionen, dahinter folgt Andreas Minnich (ÖVP) mit 7.Abgeordnete müssen sich in eine von fünf Einkommenskategorien einordnen. Wer im Vorjahr mehr als 12.000 Euro monatlich zusätzlich zum Abgeordnetengehalt von aktuell 10.351 Euro dazu verdient hat, fällt in die oberste Kategorie.Blaue Parteifunktionäre unter TopverdienernDie lukrativsten Nebenjobs haben demnach die beiden blauen Generalsekretäre Christian Hafenecker und Michael Schnedlitz, Klubdirektor Norbert Nemeth, die Notare Harald Stefan und Volker Reifenberger, der Rechtsanwalt Christian Ragger, der Apotheker Gerhard Kaniak sowie die Unternehmer bzw. Manager Maximilian Weinzierl und Arnold Schiefer (alle FPÖ).Der einzige Topverdiener bei der SPÖ ist der Gewerkschafter Franz Jantscher. Aus den Reihen von ÖVP und NEOS fallen je zwei Abgeordnete in die höchste Einkommenskategorie: Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger, der Genossenschaftsverbands-Vorsitzende und Unternehmer Peter Haubner, der Banker Christoph Pramhofer sowie die Managerin Karin Doppelbauer. Die NEOS-Abgeordnete ist die einzige Frau unter den Spitzenverdienern im Nationalrat. In der zweithöchsten Kategorie sind es mit vier von 22 weniger als ein Fünftel Frauen.Viele Gutverdiener bei ÖVP und SPÖViele Gutverdiener, also in der zweithöchsten Kategorie, finden sich auch bei ÖVP und SPÖ: Jeweils neun Abgeordnete der beiden Fraktionen fallen in die zweithöchste Einkommenskategorie, das heißt sie verdienen monatlich zwischen 8.001 und 12.000 Euro dazu. Bei FPÖ und NEOS sind es je zwei Mandatare. Am wenigsten verdienen die Grünen Abgeordneten mit Nebenjobs dazu: Niemand im Klub verdient mehr als 4.000 Euro monatlich zusätzlich.Kritik an FPÖ von ÖVP und SPÖÖVP und SPÖ nutzten die Meldung der Einkommenshöhe für Kritik an den Freiheitlichen. „Blaue Gagenkaiser ohne Gegenleistung“, spottete der Generalsekretär der Volkspartei, Nico Marchetti. Ins selbe Horn stieß SPÖ-Vizeklubchefin Julia Herr: „Im Parlament blockieren, draußen kassieren – das ist der wahre blaue Leistungsgedanke der FPÖ.“902 ehrenamtliche Nebentätigkeiten gemeldetNeben den bezahlten Nebentätigkeiten sind viele Abgeordnete auch ehrenamtlich aktiv. 170 der Abgeordneten meldeten insgesamt 902 leitende ehrenamtliche Nebentätigkeiten.