OeNB zu Budget: Niedrigverdiener und Banken stärker betroffen

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10.07.2026 09.44Online seit heute, 9.44 UhrDie Konsolidierungsmaßnahmen, die heute mit dem Doppelbudget beschlossen werden, treffen Personen mit niedrigen Einkommen besonders. Zu diesem Schluss kommt die Nationalbank (OeNB) in einer heute veröffentlichten Analyse. Bei den Unternehmen zahlt vor allem der Bankensektor drauf.Insgesamt beurteilt die OeNB die Sparmaßnahmen der Dreierkoalition seit 2025 als relativ wachstumsschonend und im historischen Vergleich als recht ausgabenlastig.Hohe Belastung für Familien mit KindernAnalysiert wurden von der Nationalbank in ihrem „Policy Brief“ die Verteilungseffekte der Maßnahmen in der Sozialversicherung und bei Familienleistungen wie der Pensionsanpassung, Änderungen der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, Familienbonusreform und der Nichtindexierung der Familienleistungen. Dabei zeigte sich, dass Haushalte im unteren Einkommensbereich stärker betroffen sind.Im Vergleich der Haushaltstypen mache sich die größte Belastung bei Familien mit Kindern bemerkbar. Das sei auf die höheren Arbeitslosenversicherungsbeiträge für geringe Einkommen zurückzuführen, die häufig Zweitverdiener in Teilzeit treffe, so die OeNB.Die Kürzungen bei den Sozialleistungen träfen dagegen besonders Alleinerziehende und Pensionistinnen und Pensionisten. Allerdings werden Letztere stark durch den Aktivitätsbetrag entlastet.Banken von Unternehmen am stärksten betroffenAuch die Unternehmen sind laut der Analyse von den Konsolidierungs- und Offensivmaßnahmen je nach Wirtschaftsbereich unterschiedlich betroffen. Am stärksten ins Gewicht fällt die Bankenabgabe. Für den Finanzsektor erhöht sich die Steuerbelastung insgesamt um 1,3 Prozent der Bruttowertschöpfung.Bei den anderen Branchen ergibt sich eine Entlastung zwischen 0,2 und 0,4 Prozent. Die Senkung der Lohnnebenkosten begünstigt besonders Unternehmen mit hoher Lohnsumme etwa in Industrie, Handel, Bau, im Bereich Erziehung/Unterricht und Gesundheits- und Sozialwesen.Die progressive Körperschaftsteuererhöhung trifft dagegen vor allem die Sektoren Energie, Handel, Finanz- und Immobilien, die FLAF-Pflicht für ältere Unternehmen besonders Kommunikation und öffentliche Verwaltung.Ende von Defizitverfahren 2028 unwahrscheinlichNetto beträgt die Konsolidierung zwischen 2025 und 2028 insgesamt knapp mehr als drei Prozent des BIP. Allerdings erlauben die parallel stark steigenden Ausgaben insbesondere für Zinsen und Pensionen laut der Analyse keine substanzielle Verbesserung des Budgetsaldos.Die OeNB geht daher weiter davon aus, dass ein Defizit von unter drei Prozent und damit ein Ende des Defizitverfahrens 2028 unwahrscheinlich ist.