Die Mittelklasse bei Android-Smartphones bleibt hart umkämpft – und Nothing mischt weiter kräftig mit. Mit dem Phone (4b) und dem Ear (3a) hat der Londoner Hersteller nun gleich zwei neue Produkte vorgestellt, die sich preislich deutlich unter Apples Einstiegsangeboten positionieren. Wir geben einen kompakten Überblick.Ear (3a): Aufnahmefunktion als AlleinstellungsmerkmalZunächst zu den Kopfhörern: Die Ear (3a) sind der Nachfolger der meistverkauften Ohrhörer aus Nothings (a)-Serie und kommen für 99 Euro auf den Markt – also rund 50 Euro unter den AirPods 4, dafür allerdings mit aktiver Geräuschunterdrückung. Erhältlich sind sie in Schwarz, Weiß, Gelb und erstmals in Pink, allesamt im gewohnt transparenten Design.Nothing ear 3(a) in vier verschiedenen FarbenSpannendste Neuerung ist die Funktion „Audio Snapshot“: Über einen integrierten 32-MB-Flash-Speicher lassen sich kurze Audiomitschnitte direkt auf den Ohrhörern aufzeichnen – ganz ohne gekoppeltes Smartphone. Ausgelöst wird per gleichzeitigem Druck auf beide Buds, wobei ähnlich wie bei Live-Fotos auf dem iPhone auch die Sekunden vor dem Auslösen erfasst werden. Ein Feature, das man in dieser Preisklasse so bei keinem Mitbewerber findet.Klanglich setzt Nothing auf einen neuen dynamischen 12-Millimeter-Treiber mit PMI-Membran. Der soll gegenüber dem Vorgänger kräftigeren Bass bei gleichzeitig feinerer Höhenzeichnung liefern – ob dieser Spagat bei In-Ears für unter 100 Euro tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten. Hi-Res-Audio Wireless via LDAC mit bis zu 24 Bit und 96 kHz ist ebenfalls an Bord, setzt allerdings ein Nothing-Smartphone als Zuspieler voraus. Neu ist zudem ein 8-Band-Equalizer in der Nothing X App, über den sich individuelle Klangprofile speichern und teilen lassen.Auch beim ANC hat Nothing nachgelegt: Das überarbeitete Wideband Active Noise Cancellation soll bis zu 45 dB dämpfen, wobei speziell der Frequenzbereich zwischen 400 und 2.000 Hertz erweitert wurde – also genau dort, wo Stimmen, Verkehr und typischer Bürolärm liegen. Für die (a)-Serie, die traditionell eher auf den Preis als auf Ausstattung getrimmt ist, ein bemerkenswerter Schritt. Bei der Akkulaufzeit nennt Nothing bis zu zehn Stunden ohne ANC und sechs Stunden mit, das Ladecase verlängert auf 42 beziehungsweise 25 Stunden. Phone (4b): Neuer Einstieg unterhalb des Phone (4a)Mit dem Phone (4b) führt Nothing erstmals eine eigene „b“-Serie ein. Das Gerät positioniert sich mit einem Einstiegspreis von 329 Euro unterhalb des Phone (4a) und dürfte gleichzeitig das CMF Phone 3 ersetzen, das aufgrund der anhaltenden globalen Speicherkrise in diesem Jahr nicht erscheint. Zum Vergleich: Apples günstigstes aktuelles iPhone, das iPhone 17e, startet bei 699 Euro – also mehr als dem Doppelten.Nothing Phone 4(b)Unter der Haube arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 6 Gen 4 mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Den leistungsfähigeren Snapdragon 7s Gen 4 behält Nothing dem teureren Phone (4a) vor, eine Speichervariante mit mehr Arbeitsspeicher gibt es angesichts der aktuellen Marktsituation nicht. Das 6,77 Zoll große AMOLED-Display löst mit 1.080 mal 2.344 Pixeln bei bis zu 2.000 Nits und 120 Hz auf – etwas weniger als beim Phone (4a) mit seinen 1.224 mal 2.720 Pixeln, im Alltag auf dieser Displaygröße aber kaum ein sichtbarer Unterschied. Die Farbtiefe reduziert sich allerdings von 10 auf 8 Bit.Optisch bleibt sich Nothing treu: Das Unibody-Gehäuse aus transparentem Polycarbonat trägt ein Glyph-Interface in reduzierter Form mit 45 einzeln steuerbaren Mini-LEDs. Das Gehäuse ist nach IP64 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Bei der Kamera beschränkt sich das Phone (4b) auf ein Dual-System mit 50-Megapixel-Hauptlinse, die dritte Rückkamera des Phone (4a) entfällt – einer der spürbarsten Unterschiede zwischen beiden Modellen. Der 5.200-mAh-Akku, Bluetooth 6.0 und Wi-Fi 6 sind an Bord, auf eSIM verzichtet Nothing für den europäischen Markt allerdings weiterhin. Auch der USB-C-Anschluss bietet leider nur USB-2.0-Geschwindigkeit, ein Speicherkartenslot und ein klassischer Kopfhöreranschluss fehlen ebenfalls.Software und UpdatesSoftwareseitig setzt Nothing auf Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16. Der Hersteller verspricht drei große Android-Versionsupdates sowie sechs Jahre Sicherheitspatches – für ein Gerät ab 329 Euro ein durchaus ordentlicher Support-Zeitraum. An der linken Gehäuseseite sitzt zudem der Essential Key, ein dedizierter Hardware-Knopf, über den sich KI-Funktionen wie Essential Voice und Essential Search direkt aufrufen lassen.Preise und VerfügbarkeitDie Ear (3a) sind ab sofort für 99 Euro erhältlich, das Phone (4b) startet bei 329 Euro. Beide Produkte können direkt beim Hersteller bestellt werden. Gerade das Gesamtpaket des Phone (4b) mit sechs Jahren Updates und dem eigenständigen Design macht es für alle interessant, die ein solides Android-Smartphone suchen, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen.Der Beitrag Nothing Phone (4b) und Ear (3a): Neues Smartphone und In-Ears vorgestellt erschien zuerst auf Apfelpage.