09. Juli 2026Die Nato-Staaten haben zum Abschluss ihres Gipfels in Ankara Geschlossenheit demonstriert. In der Abschlusserklärung heißt es, Europa und Kanada würden in Zukunft größere Lasten bei der Verteidigung tragen. In die Rüstungsindustrie und die Modernisierung der Streitkräfte der Mitgliedsstaaten soll massiv investiert werden. Auch wurde der Ukraine Militärhilfe im Umfang von 140 Milliarden Euro über zwei Jahre in Aussicht gestellt. Die Medien ziehen Bilanz. Europäische VerteidigungspolitikAlle Zitate öffnen/schließen Delfi (LT) / 08. Juli 2026DelfiLand des MediumsLitauenSprache des MediumsLitauischArt des MediumsOnlineportalErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalVisits40.000.000 – 50.000.000Herausgeber/VerlagUAB DelfiOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigEinigkeit trotz politischer SchlaglöcherPolitologe Linas Kojala resümiert in Delfi:„Der Nato-Gipfel in Ankara endete mit etwas, das heute keineswegs mehr selbstverständlich ist: Einigkeit. Das bedeutet nicht, dass es innerhalb des Bündnisses keine Spannungen mehr gäbe. ... Das politische Umfeld bleibt holprig, mitunter sogar chaotisch. Die wichtigste Botschaft lautet jedoch: Trotz aller Turbulenzen findet die Nato einen Weg nach vorn. Die Unterschrift der USA unter der Abschlusserklärung signalisiert, dass sich die Amerikaner trotz einer Verschiebung der Verantwortlichkeiten innerhalb des Bündnisses keineswegs vollständig zurückziehen wollen. ... Die Prognosen vom 'Tod der Nato' sind deutlich überzogen.“Linas Kojala Zum Originalartikel Handelsblatt (DE) / 08. Juli 2026HandelsblattLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungwirtschaftsliberalAuflage148.943 (2022)Visits20.000.000 – 30.000.000Herausgeber/VerlagHandelsblatt GmbH / Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG / Dieter von Holtzbrinck Medien GmbHOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenpflichtigDas Vertrauen ist längst zerstörtVon der Nato ist nicht mehr viel übrig, konstatiert hingegen das Handelsblatt:„Aus seiner Verachtung gegenüber den transatlantischen Partnern machte der Wüterich im Weißen Haus einmal mehr keinen Hehl – da können die Europäer noch so beschwichtigend auf ihn einwirken wollen. ... Tatsächlich stellt sich inzwischen die Frage, was von dem westlichen Verteidigungsbündnis bleibt, wenn ohnehin niemand diesseits des Atlantiks dem Bündnisversprechen der Amerikaner trauen kann. Die Beistandspflicht nach Artikel 5 ist ein zartes Pflänzchen, das weniger auf einem Paragrafen im Nato-Vertrag beruht als vielmehr auf dem Vertrauen der einstigen Wertepartner. Das Vertrauen aber ist längst zerstört.“Jens Münchrath Zum Originalartikel El Mundo (ES) / 08. Juli 2026El MundoLand des MediumsSpanienSprache des MediumsSpanischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkonservativAuflage68.000 (2020)Herausgeber/VerlagUnidad EditorialOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigTrump stärkt EuropaEl Mundo ist zufrieden:„Der Nato-Gipfel in Ankara endete mit einem überwiegend positiven Ergebnis. Zu einer Zeit, da Donald Trump wiederholt mit dem Austritt der USA aus dem transatlantischen Bündnis droht, konnte die politische Einheit zumindest vorerst gewahrt werden. Der wichtigste Vorteil für Europa besteht darin, dass es Zeit gewinnt, seine Aufrüstung fortzusetzen, ohne dass seine wichtigste Schutzmacht es im Stich lässt und es der lebensbedrohenden russischen Gefahr allein gegenübersteht. … Trump ist und bleibt eine ständige Quelle der Unsicherheit. Daher ist Europa gezwungen, den von Trump paradoxerweise geförderten Weg der politischen Einheit und defensiven Autonomie entschlossener und schneller zu beschreiten.“ Zum Originalartikel Avvenire (IT) / 09. Juli 2026AvvenireLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungkatholischAuflage92.000(2022)Herausgeber/VerlagAvvenire Nuova Editoriale Italiana S.p.A.Online-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigBündnis der RüstungsenthusiastenÜber einen neuen Militarisierungswahn klagt Avvenire:„Sinnbildlich dafür steht Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Er nickt demonstrativ, als Donald Trump die neuen Bombenangriffe auf den Iran für sich reklamiert. Er lächelt zustimmend, während der Tycoon Spanien angreift, obwohl das Land ebenfalls Mitglied des Bündnisses ist. Vor allem aber spricht er mit beinahe kindlicher Begeisterung von Rüstungsaufträgen im Wert von Billionen von Dollar. Er gerät ins Schwärmen über Munition der neuesten Generation, Drohnen, Fregatten, Raketen… Doch Rutte ist nur die Spitze des Eisbergs einer kaum noch zu bändigenden Art von Fanatismus. Auch die Führungen der EU-Institutionen halten sich nicht zurück. ... Als wäre das Bewusstsein für den Ernst der Sache und der historischen Phase, in der wir uns befinden, weitgehend verloren gegangen.“Marco Iasevoli Zum Originalartikel Milliyet (TR) / 08. Juli 2026MilliyetLand des MediumsTürkeiSprache des MediumsTürkischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungregierungsnahAuflage118.000 (2023)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagMilliyet Gazetecilik ve YayıncılıkOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiJede Menge Chancen für die TürkeiDer eigentliche Gewinn des Gipfels war für den Gastgeber nicht diplomatischer, sondern ökonomischer Natur, meint Milliyet:„Denn in der neuen neomerkantilistischen Ära lassen sich Sicherheit und Wirtschaft nicht mehr trennen. Rüstungsindustrie, Technologie, Energie, künstliche Intelligenz und Lieferketten werden inzwischen zusammengedacht. Wenn die Türkei diesen Wandel richtig deutet und ihren geopolitischen Vorteil in ein Wirtschaftsmodell verwandelt, das Hochtechnologie produziert, exportsteigernd wirkt und in den globalen Wertschöpfungsketten aufsteigt, dann wird der bleibendste Gewinn dieses Gipfels nicht diplomatisch, sondern wirtschaftlich sein.“Servet Yıldırım Zum Originalartikel Corriere della Sera (IT) / 09. Juli 2026Corriere della SeraLand des MediumsItalienSprache des MediumsItalienischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage208.000(2023)Herausgeber/VerlagRcs Mediagroup S.p.AOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigSelenskyj hat viel erreichtDie Ukraine konnte auf dem Nato-Gipfel massiv punkten, wirft Corriere della Sera ein:„Noch vor anderthalb Jahren war Wolodymyr Selenskyj von Donald Trump und J.D. Vance im Weißen Haus gedemütigt worden. ... Das ukrainische Volk, seine Streitkräfte und seine technologische Kreativität haben das Kräfteverhältnis verändert – und Machtverhältnisse haben auf Trump stets einen entscheidenden Einfluss. Zuvor hatte schon das Pentagon erkannt, dass diese Ukraine eine Ressource darstellt, und wurde zum Kunden Kyjiws, um sich Know-how im Drohnensektor zu sichern. ... In Ankara ging Trump sogar so weit, die Erteilung einer Lizenz in Aussicht zu stellen, die es der Ukraine ermöglicht, Patriot-Flugabwehrraketen im eigenen Land zu produzieren. … Das ist eine bemerkenswerte Rehabilitierung.“Federico Rampini zur Homepage