10.07.2026 21.23Online seit heute, 21.23 UhrBei einem verheerenden Waldbrand in der südspanischen Provinz Almeria sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Zudem galten noch 23 Menschen als vermisst, meldete der TV-Sender RTVE. Der Sender sprach vom „tödlichsten Waldbrand des 21. Jahrhunderts“ in Spanien.Den Behörden zufolge handelt es sich bei den Opfern überwiegend um ausländische Staatsbürger, die Anweisungen, in ihren Häusern Schutz zu suchen, missachtet hatten. Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.Das Feuer hatte sich in einem Waldgebiet um die Gemeinde Los Gallardos und den nahe gelegenen Weiler Bedar extrem schnell ausgebreitet. Die Opfer erlebten wohl ein schreckliches Ende: Vier seien in einem Fahrzeug, acht andere auf den Straßen von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt, hieß es.Vermutlich ausnahmslos AusländerDer Leiter des andalusischen Rettungsdienstes, Antonio Sanz, erklärte, die Behörden hätten die Bewohnerinnen und Bewohner aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Die Todesfälle seien offenbar eingetreten, als Menschen dennoch versuchten, in ihren Autos zu fliehen.In einem rechtsgelenkten Fahrzeug seien vier mutmaßlich britische Staatsbürger gestorben. Sieben weitere Tote wurden aufgefunden, nachdem sie offenbar ihre Autos stehen gelassen und zu Fuß abseits der ausgewiesenen Evakuierungsrouten zu fliehen versucht hatten.„Die Folgen sind schrecklich“, sagte Sanz. „Alles deutet darauf hin, dass es sich bei den Toten mehrheitlich – oder sogar ausnahmslos – um ausländische Staatsbürger handelt.“ Sanz rief die Bevölkerung auf, den offiziellen Anweisungen Folge zu leisten.„Besorgniserregende Berichte“Vier weitere Menschen wurden mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus behandelt. Aufgrund verschiedener Indizien vermute man, dass unter den Toten Ausländer seien, möglicherweise Briten und Belgier. Man müsse aber die Identifizierung der Opfer abwarten, so Sanz.Eine Sprecherin der Downing Street sprach gegenüber der Nachrichtenagentur PA von „besorgniserregenden Berichten“. Das britische Außenministerium stehe in engem Kontakt mit den spanischen Behörden.Brand durch gerissenes StromkabelDer Brand wurde vermutlich durch ein gerissenes Stromkabel ausgelöst, das auf trockenes Buschland gefallen war, wie der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Antas, Pedro Ridao, dem staatlichen Fernsehsender TVE sagte.„Vor allem der Wind am Nachmittag hat die Ausbreitung begünstigt“, sagte Ridao. „Im weiteren Verlauf konnten wir sehen, wie das Feuer rasant voranschritt und Bauernhöfe, Ferienhäuser und Autos verschlang, sodass wir einschreiten mussten.“Schwierige BrandbekämpfungMehr als 1.000 Menschen aus mehreren Ortschaften wurden in Sicherheit gebracht. Auch ein Campingplatz, der bisher von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt. 400 teils ältere Menschen seien an sichere Orte gebracht worden. „Durch die Evakuierungen wurden viele Menschenleben gerettet“, sagte Sanz.Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig, da das von zahlreichen Schluchten durchzogene Gebiet den Zugang für die Einsatzkräfte behinderte. Ministerpräsident Pedro Sanchez äußerte auf der Plattform X „enorme Trauer und Bestürzung“ über die Katastrophe und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.