10.07.2026 08.26Online seit heute, 8.26 UhrDie Behörden in Nicaragua haben 2.000 Anwälten und Anwältinnen ohne Erklärung die Arbeitserlaubnis entzogen.Die Namen der betroffenen Anwälte seien in den vergangenen Tagen ohne jede Begründung aus dem Register des Obersten Gerichtshofs entfernt worden, berichtete die nicaraguanische Tageszeitung „La Prensa“ gestern (Ortszeit). Damit wird ihnen die Möglichkeit genommen, ihren Beruf auszuüben.„Es ist eine politische Botschaft der Kontrolle und Repression“, sagte eine betroffene Anwältin der Nachrichtenagentur AFP unter der Bedingung der Anonymität. Der Schritt passe in ein Muster der Verfolgung von Nicaraguanern, die „als Verteidiger der Demokratie identifiziert“ worden seien.Kritik von UNODie UNO kritisierte den Schritt. „Nicaragua erfüllt nicht einmal die Mindeststandards der richterlichen Unabhängigkeit“, sagte Reed Brody, ein Mitglied einer UNO-Gruppe, die die Menschenrechtslage in Nicaragua überwacht. „Anwälte ohne Vorankündigung und ohne ordentliches Verfahren aus dem Register des Obersten Gerichtshofs zu löschen bedeutet, den Bürgern den letzten verbleibenden Verteidigungskanal zu verschließen.“Der einstige Guerillaführer Daniel Ortega trat in Nicaragua 2021 seine vierte Amtszeit als Präsident in Folge an. Die USA und die EU bestreiten die Rechtmäßigkeit der Wahl, kritisieren seinen autoritär herrschenden Machtapparat und haben Sanktionen verhängt. Zusammen mit seiner Frau und Mitpräsidentin Rosario Murillo hat sich Ortega nach und nach die Kontrolle über alle Staatsbereiche verschafft.Über 5.000 NGOs geschlossenIn den vergangenen Jahren inhaftierte Nicaragua Hunderte tatsächliche und vermeintliche Regierungsgegner. Seit Massenprotesten im Jahr 2018, bei denen nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 300 Menschen getötet wurden, schloss die Regierung mehr als 5.000 Nichtregierungsorganisationen.Tausende Nicaraguaner flohen ins Exil. Die meisten unabhängigen und oppositionellen Medien agieren mittlerweile aus dem Ausland. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.