07.07.2026 08.54Online seit heute, 8.54 UhrDeutschlands Bundesregierung will für Krisenfälle eine strategische Gasreserve aufbauen. Im deutschen Wirtschaftsministerium wurde heute ein entsprechender Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. Angestrebt werde den Reuters-Angaben zufolge ein Kabinettsbeschluss Mitte August.Die Reserve solle ausdrücklich nicht der saisonalen Winterversorgung dienen. Dies bleibe Aufgabe von Händlern, Lieferanten und Versorgern.Bis 1,5 Milliarden EuroDer Staat solle aber für Extremfälle vorsorgen, etwa bei Sabotage an Infrastruktur oder einer globalen Gasmangellage. Ein Konzept des Ministeriums sieht laut Reuters vor, dass die Reserve rund 24 Terawattstunden Gas umfassen soll. Das entspreche knapp zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität.Die Kosten für Aufbau, Gaseinkauf und Einspeicherung der Reserve würden auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt und sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Millionen Euro jährlich, unter anderem für Speicherkapazitäten, Transport und Verwaltung. Finanziert werden solle die Reserve über eine Umlage auf die Gasverbraucherinnen und Gasverbraucher.NotfallinstrumentDie deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als Notfallinstrument bezeichnet. Mit der Gasreserve soll demnach das Instrumentarium der deutschen Bundesnetzagentur erweitert werden.In einer Gasmangellage ist die Behörde für Eingriffe zuständig. Die Reserve soll demnach helfen, Versorgungsengpässe zu vermeiden oder hinauszuzögern, Abschaltungen einzelner Industriekunden möglichst zu verhindern und Zeit für Reparaturen oder alternative Importe zu gewinnen. In Österreich gibt es bereits eine Gasreserve. Diese wurde kürzlich bis 2029 verlängert.