14.09.2026 17.50Online seit heute, 17.50 UhrEZB-Präsidentin Christine Lagarde und Bundespräsident Alexander Van der Bellen haben heute in Wien den raschen Ausbau der EU-Kapitalmarktunion gefordert.Mangelnde Finanzierung gefährde die technologische Souveränität Europas bei Künstlicher Intelligenz (KI), warnte Lagarde bei der Veranstaltung „Hofburg im Dialog“. Van der Bellen betonte vor Wirtschaftstreibenden, dass angesichts knapper Staatsfinanzen private Investitionen entscheidend seien.„Wir brauchen einen echten europäischen Kapitalmarkt, eine echte Kapitalmarktunion“, sagte Van der Bellen. „Machen wir uns nicht kleiner als wir sind“, rief er zu „weniger Selbstverzwergung“ auf.Lagarde zog in ihrer Rede Parallelen zur Gründerzeit vor 1873, als europäisches Erspartes den Eisenbahnbau in den USA finanzierte. Derzeit würden Haushalte im Euroraum rund 440 Mrd. Euro an US-Technologiekonzernen halten, während europäische Ersparnisse von jährlich 1,4 Billionen Euro mangels tiefer Finanzmärkte ins Ausland abfließen würden.Den Investitionsbedarf, um den Rückstand bei Rechenzentren und Chips in den nächsten zehn Jahren aufzuholen, bezifferte die EZB-Präsidentin auf bis zu 600 Mrd. Euro. Ohne eigene Kapazitäten drohe Europa eine Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern.