20.09.2026 13.24Online seit heute, 13.24 UhrÖGB-Chef Wolfgang Katzian zeigt wenig Verständnis für die Personaldebatte über SPÖ-Obmann Andreas Babler. „Mit dem Auswechseln einer Person wird sich kein einziger Umfragewert verbessern“, sagte der SPÖ-Grande heute in der ORF-„Pressestunde“. Babler sei erst vor sechs Monaten wiedergewählt worden, und „da frage ich auch nicht jeden zweiten Tag, ob es die richtige (Wahl, Anm.) war“.Dass der SPÖ-Kurs „zu links“ sein könnte, etwa in Migrationsfragen, wies Katzian zurück. Klar sei aber auch, dass das wichtigste Thema die Lebenskosten seien, nicht die Migration.An der Abgrenzung der SPÖ zur FPÖ auf Bundesebene wollte der ÖGB-Chef nicht rütteln: „Wenn die Sozialdemokratie das beschlossen hat, dann pickt das.“ Das sei auch eine Frage der Glaubwürdigkeit.Gegen Änderungen bei PensionenNicht erwärmen konnte sich Katzian für Änderungen bei den Pensionen. Die SPÖ müsse sich vor allem damit beschäftigen, die Situation der Menschen zu verbessern. „Das halte ich für den richtigen Weg, um wieder stärkere Glaubwürdigkeit zu erlangen“, so Katzian.Mehr Geld für InsolvenzentgeltfondsBezüglich der Regierungszusammenarbeit mit ÖVP und NEOS räumte Katzian ein, es gebe „ein paar Punkte, wo es im Detail hakt“. Konkret nannte er den Insolvenzentgeltfonds, der unterfinanziert sei und daher auf Kosten der Arbeitgeber höher dotiert werden müsse.Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) müsse die Erhöhung daher verordnen, so Katzian. Das Prinzip „Was liegt, das pickt“ gilt für Katzian auch bei der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, auch wenn die Wirtschaftskammer diese überhaupt nicht haben wolle.Für Margenbegrenzung bei SpritAngesichts steigender Spritpreise sprach sich der ÖGB-Chef dafür aus, die Margenbegrenzung wieder einzuführen. Warnungen vor einer Verringerung der Versorgungssicherheit wischte er vom Tisch.In Sachen Klimaschutz sah er „ein kleines, feines Konjunkturpaket“ angebracht, um Gebäudesanierung und Klimamaßnahmen zu beschleunigen.