05.09.2026 15.50Online seit heute, 15.50 UhrIm Streit über die Unterbringung von Migranten und Migrantinnen in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta hat die linke Regierung in Madrid die Kontrolle über den Hafen des Gebiets übernommen.Transportminister Oscar Puente unterschrieb eine entsprechende Anordnung und erlaubte den Aufbau eines provisorischen Zeltlagers für Migranten im Hafenbereich, wie der staatliche TV-Sender RTVE und andere spanische Medien heute übereinstimmend berichteten.Puente setzte sich damit über eine gegenteilige Entscheidung der lokalen Behörden hinweg. Die Regionalregierung unter Leitung des Präsidenten der an Marokko grenzenden Exklave, Juan Jesus Vivas, hatte sich am Vortag wiederum gegen den Aufbau eines solchen Zeltlagers im Hafenbereich ausgesprochen.Zuvor hatte sich die lokale Verwaltung bereits gegen die vorübergehende Unterbringung von Migranten in einer stillgelegten Fabrik, einem früheren Militärkrankenhaus oder Sportzentren ausgesprochen. Ein weiteres Lager für rund 900 Menschen entsteht zurzeit im Stadtteil Los Rosales. Auch dort gibt es Proteste der Anrainerinnen und Anrainer.Am 30. und 31. Juli waren nach Regierungsangaben rund 72.000 Migranten von Marokko nach Ceuta geschwommen oder über Grenzzäune geklettert. Die meisten kehrten binnen Stunden zurück. Jedoch waren auch gut einen Monat später noch etwa 5.000 Migranten in dem Gebiet. Davon sind nach Regierungsangaben 1.200 Minderjährige.Spanien ist aber gesetzlich zu einer langwierigen Einzelfallprüfung verpflichtet. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez steht deshalb unter starkem Druck. Zudem gibt es erhebliche Zweifel an ihrer Darstellung, Marokkos Regierung habe nichts mit dem Massenandrang von Ende Juli zu tun gehabt.