06.08.2026 15.36Online seit heute, 15.36 UhrVon einem mutmaßlich antisemitischen Vorfall auf einem jüdischen Sommercamp in Bansko in Bulgarien sind laut Israelitischer Kultusgemeinde Wien (IKG) auch Kinder und Jugendliche aus Österreich betroffen gewesen.In dem Hotel waren „rund 200 jüdische Kinder aus mehreren europäischen Staaten, aus Israel und den USA“ untergebracht, so IKG-Wien-Präsident Oskar Deutsch heute. Darunter seien auch zwölf Personen aus Österreich gewesen. Das Sommercamp wurde laut IKG vom internationalen jüdischen Jugendverband Bnei Akiva veranstaltet.Medienberichte: Hitlergruß gezeigtEine Gruppe bulgarischer Jugendlicher skandierte laut Medienberichten vor dem Hotel rechtsextreme Parolen, zeigte den Hitlergruß und versuchte, in das Gebäude einzudringen. Nach dem Einschreiten der Polizei verschwand sie zunächst. Später kehrten die jungen Männer zurück und blockierten erneut die Eingänge des Hotels.Dabei seien die jüdischen Jugendlichen laut Medien bedroht und angeschrien worden. Laut Angaben der bulgarischen Polizei kam es im Zuge des Vorfalls nicht zu tätlichen Auseinandersetzungen. Am nächsten Morgen reisten die jüdischen Jugendlichen unter Polizeischutz ab.Bulgarisches Außenministerium verurteilt antisemitischen ÜbergriffDas bulgarische Außenministerium bezeichnete den Vorfall als „inakzeptabel“. Bulgarien verurteile alle Formen des Antisemitismus. Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) nannte die Berichte aus Bansko als „zutiefst besorgniserregend“ und forderte Aufklärung. „Jüdisches Leben muss überall in Europa sicher und selbstverständlich möglich sein“, sagte Pröll.Manche bulgarische Behörden sprachen dagegen von „Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen“. Der Hotelbetreiber beklagte sich gegenüber Medien, die Teilnehmenden des Sommercamps hätten sich während ihres zweiwöchigen Aufenthalts öfter ungebührlich benommen, in der Nacht Lärm gemacht oder Gegenstände von den Balkonen geworfen.Sollte es ein Problem mit dem Verhalten der Kinder und Jugendlichen gegeben haben, gebe es angemessene Wege, damit umzugehen, sagte Nikolay Galabov von der Zionistischen Föderation Bulgariens, „aber der Hitlergruß und Nazi-Parolen stellen nach dem Recht vieler europäischer Länder Straftaten dar“. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.