KI-Boom: MacBooks stapeln sich in Rechenzentren

Wait 5 sec.

Die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für KI-gestützte Softwareentwicklung sorgt für ungewöhnliche Bilder aus Rechenzentren. Statt klassischer Server stehen dort inzwischen auch Hunderte MacBooks, fein säuberlich in eigens konstruierten Regalen untergebracht. Das Unternehmen Namespace zeigt, wie sich Apples Notebooks als Infrastruktur für Entwickler einsetzen lassen. Nicht aus Begeisterung für tragbare Computer, sondern weil geeignete Desktop-Macs lange Zeit kaum zu beschaffen waren.Eigenbau: Das MacBook-Rack bei NamespaceIn einem ausführlichen Erfahrungsbericht beschreibt Namespace-Entwickler Kirill Nikolaev den Aufbau der Anlage. Das Unternehmen stellt virtuelle macOS-Rechner bereit, auf denen Entwickler und KI-Agenten Anwendungen programmieren und testen können. Gerade für iOS-Projekte ist entsprechende Hardware gefragt. Apples Entwicklungsumgebung Xcode und der iOS-Simulator setzen einen Mac voraus.MacBooks statt Mac mini im RechenzentrumEigentlich wären Mac minis für diesen Zweck naheliegender. Doch eine größere Bestellung vom Januar wurde laut Namespace erst im Juli ausgeliefert. Die Firma wich deshalb auf das MacBook Pro aus und entwickelte eigene Halterungen, die mehrere Notebooks aufnehmen und deren Abwärme ableiten.MacBook im Rechenzentrum: Dieses Video ging viralDie Schwierigkeiten bei der Beschaffung passen zu den bereits im Frühjahr beobachteten Lieferengpässen. Damals konnten Händler für zahlreiche Mac-mini-Konfigurationen keine verlässlichen Liefertermine mehr nennen. Der weltweite Speichermangel belastete Apples Produktion erheblich.Im Rechenzentrum bringt die Notebook-Lösung allerdings neue Probleme mit sich. Jedes MacBook benötigt mehrere Kabel für Stromversorgung, Netzwerk und Fernwartung. Besonders störanfällig erwiesen sich ausgerechnet die HDMI-Verbindungen. Auch FileVault kann Schwierigkeiten verursachen, wenn nach einem Neustart die Entsperrung erforderlich wird.Virtuelle Macs in wenigen Sekunden startenTechnisch setzt Namespace auf Apples Virtualization Framework. Auf einem physischen Mac laufen maximal zwei virtuelle macOS-Instanzen. Die verfügbaren Prozessorkerne werden entsprechend aufgeteilt, wobei ein Teil für die Verwaltung reserviert bleibt.Die virtuellen Macs bei NamespaceEine weitere Herausforderung sind die Systemabbilder. Mehrere macOS-Versionen, Xcode-Ausgaben und iOS-Simulatoren lassen einzelne Images auf rund 500 GB anwachsen. Namespace speichert deshalb gemeinsame Datenblöcke nur einmal und verteilt neue Abbilder zwischen den Rechnern. So können neue virtuelle Macs innerhalb weniger Sekunden bereitstehen.Künftig sollen auch Mac minis und Mac Studios wieder stärker zum Einsatz kommen. Für die Desktop-Rechner hat Namespace ebenfalls eigene Regalsysteme entwickelt. Anders als die Notebooks lassen sich diese weitgehend automatisch einrichten und nach einer Stromunterbrechung wieder starten.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag KI-Boom: MacBooks stapeln sich in Rechenzentren wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.