Die Flut neuer iPhone-Anwendungen lässt sich inzwischen auch an unserem Posteingang ablesen. Allein von App-Entwicklern erreichen uns derzeit täglich zwischen 30 und 40 Zuschriften mit der Bitte, ihre neuen Anwendungen vorzustellen. Vor rund einem Jahr kam eine vergleichbare Menge vielleicht in einem guten Monat zusammen. Was wir hier bei ifun.de beobachten, beschäftigt offenbar auch Apple zunehmend.Lange Wartezeiten gehören zum Entwickler-AlltagVerantwortlich dafür ist vor allem das sogenannte Vibecoding. Mithilfe von KI-Werkzeugen können inzwischen auch Menschen ohne umfangreiche Programmierkenntnisse eigene Apps entwickeln. Bereits im Sommer hatten wir über die (dadurch verursachte) stark steigende Zahl neuer App-Store-Veröffentlichungen berichtet. Die Nachfrage hält damit allerdings nicht Schritt. Es kommen immer mehr Anwendungen auf den Markt, ohne dass die Zahl ihrer Nutzer vergleichbar wächst.378.000 Einreichungen pro WocheWie stark Apples Prüfprozess inzwischen unter Druck steht, zeigt eine Zusammenstellung des Entwicklers Beto Moedano. In einem aktuellen YouTube-Video trägt er Zahlen zusammen, die Apple in den vergangenen Monaten an verschiedenen Stellen veröffentlicht hat. Zusammengenommen geben diese durchaus zu denken: Knapp 500 Mitarbeiter müssen inzwischen rund 378.000 App-Einreichungen pro Woche bearbeiten. Rechnerisch sind das mehr als 750 Vorgänge pro Prüfer. Noch vor wenigen Monaten lag das wöchentliche Aufkommen deutlich niedriger.Apple gibt weiterhin an, 90 Prozent aller Einreichungen innerhalb von 48 Stunden zu prüfen. Diese Statistik verdeckt allerdings die Probleme einzelner Entwickler. Während Aktualisierungen bestehender Apps oft schnell freigegeben werden, warten manche neuen Anwendungen mehrere Wochen auf ihre erste Prüfung. Über entsprechende Verzögerungen hatten wir bereits im August berichtet.Braucht wirklich jede App einen App Store?Wir erleben die veränderte Situation auch mit unseren eigenen Anwendungen. Schreibo, Scanno und Kaufo lassen sich, Claude sei dank, mit überschaubarem Aufwand pflegen und erweitern. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, mit einer einzelnen App überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Wenn das Angebot erheblich schneller wächst als die Nachfrage, dürfte die durchschnittliche Nutzerzahl pro Anwendung deutlich sinken.Damit stellt sich erneut die Frage nach alternativen Vertriebswegen. Wenn jeder mit seiner bevorzugten KI kleine Anwendungen für Familie, Freunde oder den eigenen Verein erstellen kann, erscheint der verpflichtende Umweg über Apples Prüfprozess zunehmend unpraktisch. Nicht jede App benötigt eine öffentliche App-Store-Seite.Ein unkomplizierter Download von der eigenen Webseite oder die direkte Weitergabe im Freundeskreis könnte viele dieser Projekte vom App Store fernhalten. Auf dem Mac ist eine solche Verteilung seit Jahren üblich. Beim iPhone bleibt sie, trotz der zaghaften Öffnungsversuche innerhalb der Europäischen Union, weiter stark eingeschränkt. Das ist schade, müsste Apple dann doch nicht mehr jede private Kleinstanwendung wie ein Produkt für Millionen potenzielle Kunden behandeln.★ iPhone-Ticker bei Google bevorzugen ★Der Beitrag KI-App-Flut: Apples App Store wird zum Nadelöhr für alle Wurde zuerst auf iphone-ticker.de veröffentlicht.