Apple führt auf dem Mac eine umfangreiche Liste mit Schimpfwörtern, Beleidigungen und sensiblen Begriffen. Die Kennzeichnungen scheinen der Tastatur dabei zu helfen, unerwünschte Wortvorschläge zu vermeiden. Der norwegische Entwickler Helge Sverre hat nun beschrieben, wie sich die versteckten Einträge auslesen lassen. Wir haben das Verfahren auf unserem Mac nachvollzogen und Apples deutsches Wörterbuch exportiert.Apples Wortliste zählt mehr als 16.000 ZeilenDas Ergebnis umfasst 16.825 Einträge. Davon sind 3.272 als vulgär, 1.461 als beleidigend und 12.092 als sensibel gekennzeichnet. Die Zahlen unterscheiden sich von Sverres Untersuchung. Gezählt werden einzelne Wortformen, nicht nur unterschiedliche Grundbegriffe.Von Scheiße bis ArschlochDie deutsche Liste zeigt, dass Apple zwischen Kraftausdrücken und gezielten Beleidigungen unterscheidet. In der Kategorie „vulgär“ finden sich beispielsweise „Scheiße“, „Fick“, „Arsch“, „Kacke“ und „geil“. Dabei bewertet das System offenbar nicht die Bedeutung eines Wortes im jeweiligen Satz, sondern zunächst dessen Eintrag im Wörterbuch.Alle Einträge: Apples deutsche SchimpfwortlisteDie Kategorie „beleidigend“ enthält unter anderem „Arschloch“, „Schlampe“, „Hurensohn“, „Schwuchtel“ und „Hure“. Die größte Gruppe bilden jedoch die als sensibel eingestuften Begriffe. Dazu zählen etwa „Idiot“, „Dummkopf“, „beknackt“, „Vollidiot“ und „Penis“. Auch vergleichsweise harmlose Wörter wie „dumm“, „blöd“ und „hässlich“ tragen entsprechende Markierungen. Ebenso findet sich hier der wohl vor allem auf Pausenhöfen anzutreffende Ausdruck „Lellek“.Auch politische und historische Begriffe bleiben nicht außen vor. So führt Apple die Parteibezeichnung „AfD“ als sensibel, ebenso das Wort „Nazi“. Den Namen „Hitler“ stuft das Wörterbuch dagegen als beleidigend ein. Donald Trump trägt in der deutschen Fassung keine entsprechende Kennzeichnung, während sein Name im amerikanischen Wörterbuch als sensibel gilt.Versteckte Markierungen steuern WortvorschlägeDie Einträge liegen in Apples Systemwörterbüchern unter /System/Library/LinguisticData/. Über das private Lexicon-Framework lassen sich neben den Wörtern zwei Kennzeichnungsfelder auslesen. Eines beschreibt die Einstufung, das andere ordnet Begriffe Themen wie Sexualität, Religion, Gewalt oder Politik zu.Sverre betont, dass Apple die Bedeutung dieser Kennzeichnungen nicht offiziell dokumentiert. Seine Untersuchung legt nahe, dass sie insbesondere die automatischen Textvorschläge beeinflussen. Eine Sperre für die Eingabe der betreffenden Wörter wäre damit nicht verbunden.Der Mac merkt sich auch benutzte SchimpfwörterZusätzlich existiert unter ~/Library/Keyboard/VulgarWordUsage.db eine Datenbank, deren Struktur die Erfassung verwendeter Schimpfwörter nach App und Empfänger vorsieht.Dass Apple Sprachfunktionen mit umfangreichen Sonderregeln versieht, ist nicht neu. Bereits 2019 hatten wir mehr als 5.000 manuell hinterlegte Aussprache-Ausnahmen für Siri vorgestellt. Anders als diese Regeln betreffen die jetzt untersuchten Wortlisten jedoch die Bewertung und Auswahl geschriebener Begriffe.Das Symbolbild im Beitrag wurde mit Hilfe Künstlicher Intelligenz generiert.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag AfD, Schwuchtel, Lellek: Apples deutsche Schimpfwortliste wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.