Greenpeace kritisiert Klimastudie der Wirtschaftskammer scharf

Wait 5 sec.

04.11.2026 12.27Online seit heute, 12.27 UhrDie Umweltschutzorganisation Greenpeace hat eine im Oktober von der Wirtschaftskammer (WKO) veröffentlichte Studie zu den Folgen der in Österreich anvisierten Klimaneutralität bis 2040 scharf kritisiert. Die WKO hatte vor einer starken Verteuerung der Spritpreise durch das geplante Erneuerbare-Energien-Gesetz-Verkehr (EEG-V) gewarnt. Greenpeace sieht mit der Studie die „Grundlagen seriöser Wissenschaft“ verletzt und will die vollständige Veröffentlichung einklagen.„Was die WKO als wissenschaftliche Studie verkauft, ist in Wahrheit eine 14-seitige Foliensammlung ohne nachvollziehbare methodische Substanz. Für Greenpeace ist es ein Skandal, dass WKO-Generalsekretär (Jochen, Anm.) Danninger mit einer derart unhaltbaren Studie Stimmung gegen den Klimaschutz macht und die Grundlagen der Berechnung wie ein Staatsgeheimnis unter Verschluss hält“, so der Programmdirektor bei Greenpeace Österreich, Adam Pawloff, heute in einer Aussendung.Die Wirtschaftskammer sah im geplanten EEG-V eine Übererfüllung von EU-Vorgaben, die Studie prognostizierte eine Verteuerung bei Diesel um bis zu 95 Cent pro Liter bis 2035. WKO-Generalsekretär Danninger kritisierte „massives Goldplating“. Viele Medien griffen die Geschichte auf.Durchgeführt wurde die Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer vom Economica Institut unter der Leitung des Chefökonomen der Industriellenvereinigung, Christian Helmenstein. Die Wirtschaftskammer und das Economica Institut hätten die vollständige Veröffentlichung der Studie unter Verweis auf „vertrauliche Unternehmensdaten“ verweigert, Greenpeace will die Herausgabe deshalb rechtlich über das Umweltinformationsgesetz und das Informationsfreiheitsgesetz erzwingen.Greenpeace verwies in der Aussendung auch auf einen Kommentar der Wirtschaftswissenschaftlerin Sigrid Stagl und des Wirtschaftswissenschaftlers Karl Steininger in der Tageszeitung „Die Presse“ (Mittwoch-Ausgabe). „Was die Wirtschaftskammer als Studie präsentiert, sind 14 Präsentationsfolien. Kein Methodenteil, keine Elastizitäten, keine Sensitivitätsanalyse“, kritisierten die Forschenden. Die wichtigste Annahme der Berechnungen, die Entwicklung der Kraftstoffe, sei nicht überprüfbar, weil sie auf Unternehmensprognosen basiere, deren Kalkulation Geschäftsgeheimnis sei.Rückenwind bekommt Greenpeace auch von den Grünen. „Mit ihrer rückwärtsgewandten Haltung gefährdet die Wirtschaftskammer die Zukunft des österreichischen Wirtschaftsstandorts“, sagte Energiesprecher Lukas Hammer laut Aussendung. Die Grünen unterstützen die Forderung von Greenpeace nach vollständiger Offenlegung der Studie und ihrer Berechnungsgrundlagen und fordern auch Transparenz bei Auftrag, Kosten und Finanzierung der Studie. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.