Subvocal: Diktieren mit geschlossenem Mund

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Texte diktieren, ohne dabei einen einzigen Laut von sich zu geben? Das amerikanische Startup Subvocal arbeitet an einer Datenbrille, die genau das ermöglichen soll. Statt gesprochene Wörter über ein Mikrofon aufzuzeichnen, erfasst die Brille Bewegungen im Mundraum und übersetzt diese mithilfe künstlicher Intelligenz in geschriebenen Text.Für den öffentlichen Einsatz konzipiertWie weit die Entwicklung bereits fortgeschritten ist, zeigt eine Videodemonstration, in der ein Nutzer längere Sätze nahezu lautlos diktiert. Auf dem verbundenen Computer erscheinen die erkannten Wörter unmittelbar als Text. Die Vorführung wirkt durchaus beeindruckend, zumal der Proband das System zuvor lediglich mit 20 Sätzen auf seine Sprechweise abgestimmt hat.Funkwellen erfassen Bewegungen im MundDie Technik kommt ohne Kameras oder Elektroden auf der Haut aus. Stattdessen sitzen kleine Antennen im Brillengestell, die Funkwellen durch den Gesichtsbereich schicken. Bewegungen von Zunge, Lippen und Gaumensegel verändern die empfangenen Signale. Ein trainiertes KI-Modell versucht anschließend, daraus die beabsichtigten Wörter zu rekonstruieren.Dabei muss der Nutzer nicht einmal sichtbar die Lippen bewegen. Laut den Entwicklern funktioniert das System auch bei geschlossenem Mund, sofern die Wörter innerlich mit entsprechenden Mundbewegungen geformt werden. Gedankenlesen ist das ausdrücklich nicht. Die Technik benötigt weiterhin körperliche Artikulationsbewegungen, die allerdings von außen kaum erkennbar sein sollen.Die beiden Gründer Aarush und Arnav experimentierten zunächst mit Elektroden zur Messung elektrischer Muskelsignale. Weil Schweiß, Störungen und die genaue Platzierung die Messungen beeinflussten, wechselten sie zur Funktechnik. Für die Erkennung unterschiedlicher Nutzer sammelten sie anschließend Trainingsdaten von Personen, die vorgegebene Texte mit der Brille artikulierten.Alternative zur klassischen SpracheingabeMit Anwendungen wie MacWhisper lässt sich Sprache bereits lokal am Mac in Text verwandeln. Solche Lösungen setzen allerdings voraus, dass man tatsächlich spricht. In Bibliotheken, Großraumbüros oder öffentlichen Verkehrsmitteln ist das nicht immer erwünscht.MacWhisper auf dem MacSubvocal will diese Einschränkung umgehen. Wie zuverlässig die Erkennung außerhalb kontrollierter Vorführungen funktioniert, muss sich allerdings noch zeigen. Die Entwickler arbeiten nach eigenen Angaben insbesondere daran, das System für unterschiedliche Nutzer und schwierige Erkennungssituationen zu verbessern.Die derzeit gezeigte Brille ist noch ein Prototyp. Eine überarbeitete Produktversion soll im ersten Quartal 2027 ausgeliefert werden. Für die erste Serie mit 500 Geräten nimmt das Unternehmen bereits Vorbestellungen entgegen.★ ifun.de bei Google bevorzugen ★Der Beitrag Subvocal: Diktieren mit geschlossenem Mund wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.