Regisseur Tinto Brass gestorben

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04.11.2026 13.53Online seit heute, 13.53 UhrDer italienische Regisseur Tinto Brass ist tot. Er starb heute 93-jährig in Rom, wie seine Familie mitteilte. Der venezianische Regisseur galt als prägende und unkonventionelle Figur des italienischen Kinos der 1960er Jahre. Vom Experimentfilmer wandelte er sich zum Erotikregisseur und sorgte mit Skandalfilmen für Aufsehen.Der in Mailand geborene Brass arbeitete und studierte Ende der 1950er-Jahre an der Cinematheque francaise und arbeitete danach als Regieassistent Roberto Rossellinis. In den 1960er- und frühen 1970er Jahren galt er als vielversprechender Experimental- und Avantgarderegisseur und er wurde öfters als „Antonioni der 70er“ bezeichnet. Sein Film „La Vacanza“ gewann 1971 auf dem Venedig Film Festival den Preis der Filmkritiker als bester italienischer Film.Provokante ErotikfilmeNach „Salon Kitty“ (1976) mit Helmut Berger und vor allem dem Skandalstreifen „Caligula“ (1979) änderte sich sein Filmstil, die folgenden Filme kennzeichneten ihn mehr und mehr als provokanten Erotikfilmer – wobei „Caligula“ gegen den Willen des Regisseurs umgeschnitten wurde, wobei satirische Elemente entfernt und pornografische Szenen hinzugefügt wurden. Der aufwendig produzierten Historienfilm mit Malcolm McDowell, Helen Mirren und Peter O’Toole verband historische Machtkämpfe mit exzessiven Darstellungen von Gewalt und Sexualität.Erotik, Humor, Provokation und Gesellschaftssatire wurden zu den zentralen Elementen seiner Filme. Mit „La chiave“ (1983), in dem die italienische Schauspielerin Stefania Sandrelli die Hauptrolle spielte, gelang ihm einer seiner größten Erfolge. Es folgten „Miranda“ (1985) mit Serena Grandi und „Capriccio“ (1987) mit Francesca Dellera. Die Filme beschäftigten sich mit Sexualität, Ehe, Eifersucht und weiblicher Selbstbestimmung und sorgten nicht selten für heftige Kontroversen.Heuer in Venedig geehrtAuch nach der Jahrtausendwende blieb Brass seinem Stil treu. „Trasgredire“ (2000), „Senso ’45“ (2002), sowie „Fallo!“ (2003) gehören zu seinen späteren Arbeiten. Sein letzter erfolgreicher Spielfilm war „Monamour“ aus dem Jahr 2005.Die 83. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig ehrten erst heuer im September Brass. Die Vorphase des Festivals wurde mit einer restaurierten Fassung des Films „Col cuore in gola“ eröffnet, eine große Ausstellung im Museumskomplex Vittoriano wurde dem Filmemacher gewidmet. Zurück zur StartseiteORF.atNicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.