Wir haben uns den Oura Ring 5 zwei Monate lang an den Finger gesteckt. In seiner aktuellen Generation ist der smarte Ring noch einmal ein ganzes Stück kleiner und leichter geworden und lässt sich von einem gewöhnlichen Schmuck- oder Ehering kaum noch unterscheiden. Gleichzeitig soll eine komplett überarbeitete Sensorarchitektur für genauere Messungen sorgen.Im Alltag ist von dieser Technik allerdings nur wenig zu sehen. Der Oura Ring 5 sitzt leicht und unauffällig am Finger. Einzig die Sensor-LEDs, deren grünes Licht gelegentlich unter dem Ring hervorscheint, erinnern noch daran, dass man ein Stück Technik am Finger trägt.Als Technik-Ring kaum erkennbarDer Ring macht sich auch beim längeren Tippen auf einer Tastatur, wenn überhaupt, nur dezent bemerkbar. Natürlich spielen hier neben der persönlichen Anatomie auch die Ringgröße und der Tragefinger eine Rolle. Oura empfiehlt den Zeigefinger, alternativ kommen auch Mittel- oder Ringfinger infrage.Der Oura Ring 5 ist nur noch 6,09 Millimeter breit und 2,28 Millimeter dick, der Hersteller spricht insgesamt von einer um rund 40 Prozent reduzierten Baugröße. Abhängig von der Größe wiegt er ab 2 Gramm.Möglich wurden die geringen Abmessungen durch eine Überarbeitung der Sensortechnik. Die neue Generation kommt mit weniger optischen Messelementen aus, diese sitzen jedoch näher an der Haut und arbeiten mit deutlich leistungsfähigeren LEDs. Laut Hersteller wurde dadurch die nächtliche Erfassung der Herzfrequenzvariabilität um 12 Prozent genauer. Beim Workout-Tracking spricht Oura sogar von Verbesserungen um bis zu 19 Prozent.Gesundheitsdaten rund um die UhrDamit stellt sich die Frage, ob der Oura Ring 5 eine Alternative zu Smartwatches wie der Apple Watch sein kann. Eine Ergänzung ist er auf jeden Fall. Der Ring kann Tag und Nacht am Finger bleiben und seine Messwerte kontinuierlich und weitgehend unbemerkt erfassen.Besonders gut eignet sich dieses Konzept für die Schlafüberwachung. Daten wie Schlafdauer und Schlafphasen, Ruhepuls, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Blutsauerstoff, Temperaturtrends und Bewegung werden kontinuierlich erfasst, ohne dass man sich hierfür eine Uhr ans Handgelenk schnallen muss.Auch kurze Nickerchen und körperliche Aktivitäten während des Tages werden vom Oura Ring zuverlässig erkannt. Bei der Einrichtung kann man angeben, welchen Sportarten und Tätigkeiten man regelmäßig nachgeht. Dazu zählen neben klassischen Sportarten auch Haus- oder Gartenarbeit. Erkannte Aktivitäten werden anschließend in der App angezeigt und lassen sich bestätigen oder korrigieren. Selbst Freizeitaktivitäten wie Tanzen tauchen hier zuverlässig auf.Insbesondere für den Alltag geeignetInsgesamt erkennt Oura mittlerweile mehr als 40 unterschiedliche Aktivitäten. Damit eignet sich der Ring gut als Begleiter im Alltag und bei Freizeitaktivitäten. Wer lediglich ab und an joggen geht, dürfte mit dem Ring auch als Fitness-Tracker auskommen.Ambitionierte Sportler stoßen dagegen schnell an Grenzen. Detaillierte Trainings- und Leistungsdaten einer guten Sportuhr fehlen ebenso wie ein integriertes GPS-Modul. Wer beim Laufen oder Radfahren Strecke, Tempo, Herzfrequenzzonen und weitere Trainingsdaten direkt verfolgen möchte, ist mit einer Apple Watch, einer Garmin- oder vergleichbaren Sportuhr besser bedient.Eine Woche ohne LadepauseZum hohen Alltagskomfort trägt auch die Akkulaufzeit bei. Im Test war eine Woche ohne Zwischenladung problemlos möglich. Oura selbst gibt abhängig von Nutzung und Ringgröße sechs bis neun Tage an.Geladen wird auf einem mitgelieferten Sockel mit USB-C-Anschluss. Abhängig vom verbliebenen Akkustand dauerte eine vollständige Ladung bei uns etwa eine bis anderthalb Stunden. Optional bietet der Hersteller ein Ladecase an, das ausreichend Energie für bis zu fünf zusätzliche Ringladungen speichert. Dafür werden allerdings zusätzlich 109 Euro fällig.Widerstandsfähige OberflächeDer Oura Ring 5 besitzt ein Titangehäuse und ist bis 100 Meter wasserdicht. Die Außenseite wird laut Oura mit einer besonders harten Beschichtung versehen, um die Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer zu erhöhen.Unser schwarzes Stealth-Modell hinterlässt diesbezüglich bislang einen guten Eindruck. Oura empfiehlt, den direkten Kontakt mit anderen Ringen oder dergleichen zu vermeiden. Wir haben diesen Ratschlag nicht befolgt und den Ring über einen Zeitraum von zwei Monaten ohne besondere Rücksicht im Alltag getragen. Beim Händewaschen kommt er beispielsweise immer wieder mit einem Ring an der anderen Hand in Kontakt. Trotzdem sind auf der mattschwarzen Oberfläche bislang nur minimale Beschädigungen oder Kratzer zu erkennen.App als zentrales ElementEine zentrale Rolle spielt natürlich auch die Oura-App. Der Ring synchronisiert seine Daten automatisch mit der App, über die sich sämtliche erfassten Körper- und Gesundheitswerte detailliert abrufen lassen.Für einen schnellen Überblick fasst Oura die Informationen in drei zentralen Punktwerten für Tagesform, Schlaf und Aktivität zusammen. Dadurch lässt sich auf einen Blick erkennen, wie es um Erholung, Schlafqualität und Bewegung bestellt ist. Wer möchte, kann darüber hinaus tief in einzelne Messwerte, Diagramme und längerfristige Entwicklungen eintauchen.Die App ist dabei angenehm ruhig aufgebaut. Statt den Nutzer unmittelbar mit einer Vielzahl von Diagrammen und Einzelwerten zu konfrontieren, stehen zunächst Tageswerte, allgemeine Einschätzungen sowie hilfreiche Erklärungen und Empfehlungen im Vordergrund. Detaillierte Statistiken und Diagramme finden sich beim Scrollen oder in den entsprechenden Untermenüs.Wer sich mit seinen Gesundheitsdaten nicht permanent beschäftigen möchte, kann den Ring weitgehend im Hintergrund arbeiten lassen. Oura meldet sich, wenn Handlungsbedarf besteht, beispielsweise wenn man sich über längere Zeit kaum bewegt hat. Auf Basis der erfassten Werte werden zudem persönliche Empfehlungen und weiterführende Informationen angeboten.Je länger der Ring getragen wird, desto interessanter werden dabei die langfristigen Trends. Einzelne Messwerte lassen sich dann mit dem persönlichen Normalbereich vergleichen, den Oura auf Basis der zuvor gesammelten Daten ermittelt. So gewinnt beispielsweise eine Veränderung des Ruhepulses oder der Körpertemperatur deutlich mehr Aussagekraft als ein isolierter Messwert.Ohne Abo kaum sinnvollDas insgesamt sehr positive Bild lässt sich Oura allerdings entsprechend bezahlen. Der Oura Ring 5 kostet je nach Ausführung mindestens 399 Euro. Hinzu kommt die Oura-Mitgliedschaft für 5,99 Euro im Monat beziehungsweise 69,99 Euro im Jahr. Nach drei Jahren summieren sich Ring und Mitgliedschaft beim günstigsten Modell damit bereits auf knapp 609 Euro.Wer das Potenzial des Rings ausschöpfen möchte, kann auf die Mitgliedschaft kaum sinnvoll verzichten. Ohne Abo stehen lediglich die allgemeinen Werte für Tagesform, Schlaf und Aktivität zur Verfügung. Die detaillierten Messwerte und längerfristigen Analysen, die einen wesentlichen Teil der Attraktivität des Oura-Systems ausmachen, setzen laufende Zahlungen voraus.Unterm Strich ist der Oura Ring 5 ein leistungsfähiges Stück Technik und für uns derzeit die angenehmste und eleganteste Möglichkeite, Fitness- und Gesundheitsdaten im Auge zu behalten. Eine besondere Rolle spielt dabei die unauffällige Schlafüberwachung.Man muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass der Ring seine Leistung nur im Zusammenspiel mit einer Oura-Mitgliedschaft entfaltet. Diese zusätzlichen Kosten sollte man für eine Kaufentscheidung unbedingt einbeziehen.Der Beitrag Oura Ring 5 ausprobiert: Dezenter Begleiter am Finger Wurde zuerst auf iphone-ticker.de veröffentlicht.