USA nun plötzlich Vorreiter | Neue Zürcher Zeitung - Schweiz

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28. August 2026Eine Zahlung von 16,68 Milliarden US-Dollar und grundlegende Änderungen beim Jugendschutz: Darauf hat sich der Konzern Meta mit den klagenden Bundesstaaten geeinigt. Die Kläger hatten dem Konzern vorgeworfen, seine Plattformen Facebook und Instagram gezielt so gestaltet zu haben, dass sie junge Nutzer abhängig machen. Der in Oakland (Kalifornien) geschlossene Vergleich wird auch in Europa mit großem Interesse aufgenommen und diskutiert.Alle Zitate öffnen/schließen Handelsblatt (DE) / 27. August 2026HandelsblattLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungwirtschaftsliberalAuflage148.943 (2022)Visits20.000.000 – 30.000.000Herausgeber/VerlagHandelsblatt GmbH / Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG / Dieter von Holtzbrinck Medien GmbHOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenpflichtigEin Vorbild für EuropaDas Handelsblatt begrüßt die Einigung:„Erstens deuten Ergebnisse aus Australien darauf hin, dass ein Totalverbot vor allem zu einem führt: Ausweichbewegungen. ... Zweitens sind die Änderungen, die Meta nun einführt, weitreichend. Zeitlimits, Sperren in der Nacht und zu Schulzeiten sind ein Schritt in die richtige Richtung. Sie zeigen einen Weg auf, um die Risiken sozialer Medien für Jugendliche in den Griff zu bekommen. Gleiches gilt für das Aus für 'Likes' und 'Reaktionen' – die zentralen Süchtigmacher der bisherigen Algorithmen. Auch striktere Inhaltskontrollen und mehr Einfluss für Eltern sind richtig. ... Die EU-Kommission sollte sich die US-Beispiele zum Vorbild nehmen – und allen Anbietern scharfe, aber einheitliche Vorgaben zum Jugendschutz machen.“Felix Holtermann  Zum Originalartikel Neue Zürcher Zeitung (CH) / 27. August 2026Neue Zürcher ZeitungLand des MediumsSchweizSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage88.000 (2023)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagNeue Zürcher Zeitung AGOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigUSA nun plötzlich VorreiterAuch die Neue Zürcher Zeitung lobt die USA im Gegensatz zu jenen Staaten, die Social Media-Verbote für Minderjährige verhängt haben:„Dieser Vergleich ist ein starkes Signal. Plötzlich gehen die USA voraus im Kinderschutz auf sozialen Plattformen. Mit Massnahmen, die eleganter und durchdachter sind als das Verbot für unter 16-Jährige, weil sie die positiven Seiten der Netzwerke bewahren, aber die Schäden mindern. Das ist eine gute Nachricht, vor allem für die jetzt Heranwachsenden.“Ruth Fulterer  Zum Originalartikel The Guardian (GB) / 28. August 2026The GuardianLand des MediumsGroßbritannienSprache des MediumsEnglischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage127.000 (2020)Visits> 200.000.000Herausgeber/VerlagGuardian Media GroupOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiInternationale SignalwirkungAuch in anderen Ländern wird nun der Druck auf Meta wachsen, Jugendschutz ernster zu nehmen, prophezeit The Guardian:„Meta hat zugestanden, dass die Einführung gewisser Beschränkungen möglich ist. Angesichts der Bemühungen um Kinderschutz im Internet in Großbritannien und Australien ist es wahrscheinlich, dass Politiker dort bald fragen werden, warum Teenager in den USA diese Beschränkungen erhalten, Kinder in ihren eigenen Ländern aber nicht. ... Genau das könnte sich als die größte Konsequenz der Einigung erweisen. Meta hat Milliarden gezahlt, um einer Haftung in einem Gerichtsverfahren zu entgehen. Dadurch hat das Unternehmen möglicherweise den Weg für Veränderungen in einer Reihe anderer Länder geebnet.“Chris Stokel-Walker  Zum Originalartikel Süddeutsche Zeitung (DE) / 27. August 2026Süddeutsche ZeitungLand des MediumsDeutschlandSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisemehrmals wöchentlichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage284.503 (2022)Visits50.000.000 – 100.000.000Herausgeber/VerlagSüddeutsche Zeitung GmbHOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigMeta kommt billig davonDie Süddeutsche Zeitung bedauert, dass es nicht zu einem Prozess gekommen ist:„Ein Prozess hätte Meta gezwungen, viele Betriebsgeheimnisse öffentlich zu machen. Er hätte mit all der Berichterstattung immer deutlicher gemacht, welche Suchteffekte und Langzeitschäden Social Media verursacht. Er hätte die Auflagen, das zu ändern, sicherlich strenger und umfangreicher gemacht. Der Vergleich hat die Strafsumme auf 1,2 Prozent der Marktbewertung reduziert. Das dürfte Investoren und Börsenkursen langfristig nichts anhaben. Zum Vergleich: Umgerechnet auf jemanden mit dem deutschen Durchschnittsgehalt von 54 000 Euro [brutto] im Jahr entspricht das einem Strafzettel von 660 Euro. Diesen Betrag muss man zahlen, wenn man um 60 Kilometer zu schnell gefahren ist. Schmerzhaft, aber machbar.“Andrian Kreye  Zum Originalartikel Der Standard (AT) / 27. August 2026Der StandardLand des MediumsÖsterreichSprache des MediumsDeutschArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweiseMontag bis SamstagVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtunglinksliberalAuflage66.000 (2023)Visits20.000.000 – 30.000.000Herausgeber/VerlagStandard Verlagsgesellschaft m.b.H / Herausgeber: Oscar BronnerOnline-BezahlmodellAlle Inhalte kostenfreiVerantwortung sieht anders ausDie wirklichen Leidtragenden erhalten keine Entschädigung, klagt Der Standard:„17 Milliarden – das ist viel Geld. Aber nicht, wenn man sich vor Augen führt, dass Meta allein im Vorjahr einen Gewinn von 60 Milliarden Dollar erzielt hat und die Ankläger eine Strafzahlung von bis zu 1,4 Billionen Dollar gefordert hatten. Zahlen will Meta diesen Betrag nicht allein und forderte die Konkurrenten Youtube und Tiktok auf, ihren Beitrag zu leisten. Das Geld geht an die 48 US-Bundesstaaten. Eltern, deren Kinder bereits mit Social-Media-Sucht oder Abhängigkeiten kämpfen, sehen davon nichts. Verantwortung sieht anders aus.“Bettina Pfluger  Zum Originalartikel Le Soir (BE) / 28. August 2026Le SoirLand des MediumsBelgienSprache des MediumsFranzösischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische AusrichtungliberalAuflage68.000 (2023)Visits10.000.000 – 20.000.000Herausgeber/VerlagGroupe RosselOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigBestätigung und Mahnung für EUEuropa sollte die Einigung zu denken geben, meint Le Soir:„Die Amerikaner haben in wenigen Prozesstagen direkt auf den Plattformen wahrnehmbare Änderungen erreicht. Oakland hat eine strukturelle Schwäche Europas aufgezeigt: den Übergang von der Vorschrift zum sichtbaren Ergebnis. Die EU sollte keinesfalls aufs Regulieren verzichten. Sie muss zweifellos vereinfachen, darf aber nicht zurückfahren. Sie muss insbesondere lernen, diese Regulierung für junge und weniger junge Nutzer schneller, konkreter und sichtbarer zu machen. Die Einigung von Oakland sollte die EU also erfreuen, denn sie bestätigt die meisten Grundsätze, die sie seit Jahren verteidigt. Sie muss sie jedoch auch beunruhigen, denn sie zeigt, dass es nicht genügt, früher als die anderen recht zu haben.“Philippe Laloux  Zum Originalartikel La Vanguardia (ES) / 27. August 2026La VanguardiaLand des MediumsSpanienSprache des MediumsSpanischArt des MediumsTageszeitungErscheinungsweisetäglichVerbreitungsgebietlandesweitPolitische Ausrichtungliberal-konservativAuflage84.000 (2020)Herausgeber/VerlagGodóOnline-BezahlmodellInhalte teilweise kostenpflichtigKonzern-Image ist ramponiertLa Vanguardia zieht Vergleiche zu anderen Konzernen, die Strafzahlungen leisten mussten:„Dies ist nicht die höchste Geldstrafe, zu der ein Unternehmen in den USA verurteilt wurde. BP zahlte 2015 20,8 Milliarden US-Dollar wegen der Ölverschmutzung durch eine Offshore-Plattform, die Bank of America 16,65 Milliarden US-Dollar wegen des Verkaufs toxischer Hypotheken, die zur Finanzkrise von 2008 beigetragen hatten. Tabakkonzerne zahlten 1998 206 Milliarden US-Dollar, weil sie die krebs- und suchterzeugenden Bestandteile in Zigaretten verbargen, und Opioidhersteller zahlten 2022 20,8 Milliarden US-Dollar wegen Suchtgefahr. Meta entging einem äußerst riskanten Prozess, aber das Image des Unternehmens ist jetzt schwer beschädigt.“  Zum Originalartikel