Neben dem neuen Mac mini hat Apple überraschend auch eine neue Version des Mac Studio präsentiert. Die richtet sich an professionelle Anwender und natürlich hat Apple auch hier besonders die Nutzung von lokal ausgeführten KI-Modellen im Blick.Apple hat eine neue Generation des Mac Studio vorgestellt. Der kompakte Desktop-Rechner wird künftig mit M5 Max oder M5 Ultra angeboten und legt insbesondere bei lokalen KI-Anwendungen deutlich zu. In der maximalen Konfiguration stehen erstmals 512 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher zur Verfügung. Neu sind außerdem Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und schnellere SSDs auf Basis von PCIe 6. Kaum überraschend kommt der Mac Studio nicht zu Schnäppchenpreisen.Beim M5 Max setzt Apple auf eine 18-Core-CPU und eine GPU mit bis zu 40 Kernen. Erstmals befinden sich Neural Accelerators direkt in jedem GPU-Kern. Der gemeinsame Arbeitsspeicher lässt sich auf bis zu 128 GB konfigurieren und erreicht eine Bandbreite von maximal 614 GB/s.Apple zielt mit dieser Variante unter anderem auf Softwareentwickler, Fotografen, Musiker sowie Anwender aus den Bereichen 3D, Video und KI. Die GPU soll gegenüber dem Vorgänger bis zu 50 Prozent schneller arbeiten. Hinzu kommen Hardware-beschleunigtes Raytracing der dritten Generation und eine Media Engine für H.264, HEVC, ProRes und AV1.Großer Leistungssprung bei lokaler KIBesonders stark bewirbt Apple die neue Generation für lokale KI-Anwendungen. In LM Studio soll der M5 Max LLM-Prompts bis zu 3,9-mal schneller als der M4 Max und bis zu 10,7-mal schneller als der ursprüngliche M1 Max verarbeiten. Bei Text-zu-Bild-Anwendungen nennt Apple gegenüber dem M4 Max eine bis zu 3,5-fache Geschwindigkeit.Ähnliche Zuwächse verspricht das Unternehmen für professionelle Anwendungen. Die Magic-Mask-Funktion in DaVinci Resolve Studio soll gegenüber dem M4 Max bis zu dreimal schneller arbeiten. Beim Basecalling von DNA-Sequenzen mit Oxford Nanopore MinKNOW nennt Apple einen Faktor von bis zu 1,9.M5 Ultra mit bis zu 512 GB RAMNoch deutlich darüber positioniert Apple den Mac Studio mit M5 Ultra. In der größten Konfiguration besitzt der Chip 36 CPU-Kerne, davon zwölf sogenannte Super-Kerne und 24 Performance-Kerne. Die GPU wächst auf bis zu 80 Kerne und erhält ebenfalls Neural Accelerators.Gegenüber dem M3 Ultra soll die Multithread-Leistung der CPU um bis zu 30 Prozent und die Grafikleistung um bis zu 80 Prozent steigen. Bei KI-Berechnungen spricht Apple sogar von einer bis zu 4,3-mal höheren Spitzenleistung.Das auffälligste Merkmal dürfte jedoch der Arbeitsspeicher sein. Der Mac Studio lässt sich erstmals mit bis zu 512 GB Unified Memory ausstatten. Gleichzeitig steigt die maximale Speicherbandbreite auf 1,2 TB/s. Damit sollen sich besonders große Open-Weight-Sprachmodelle vollständig lokal ausführen lassen, ohne Modellteile in die Cloud auslagern zu müssen.Bei LM Studio verspricht Apple gegenüber dem M3 Ultra eine bis zu viermal höhere Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von LLM-Prompts. Text-zu-Bild-Berechnungen sollen bis zu 4,3-mal schneller erfolgen. Die Media Engine kann zudem gleichzeitig bis zu 33 Streams mit 8K ProRes 422 und 30 Bildern pro Sekunde wiedergeben.Mehrere Mac Studio lassen sich zu KI-Clustern verbindenFür besonders große KI-Workloads führt Apple außerdem die Möglichkeit in den Vordergrund, mehrere Mac-Studio-Systeme über Thunderbolt 5 und RDMA zu einem Cluster zusammenzuschließen. Dadurch lässt sich der verfügbare Speicher mehrerer Rechner für umfangreiche Modelle nutzen.Ein Cluster aus vier Mac Studio soll bei verteilter KI-Inferenz laut Apple eine bis zu dreimal höhere Leistung als ein einzelnes System erreichen. Das dürfte insbesondere für Unternehmen, Entwickler und Forschungseinrichtungen interessant sein, die große Modelle lokal betreiben wollen.Passend dazu baut Apple auch seine Softwareplattform für lokale KI aus. Neben dem bereits bekannten Open-Source-Framework MLX führt das Unternehmen Core AI als neues Framework für Entwicklung, Ausführung und Bereitstellung von KI-Modellen auf Apple Silicon an.PCIe 6 und Thunderbolt 5Auch beim Massenspeicher legt der Mac Studio zu. Apple setzt auf eine neue SSD-Architektur auf Basis von PCIe Gen 6 und verspricht eine bis zu doppelt so hohe Speicherleistung. Gerade beim Laden großer Sprachmodelle und umfangreicher Projektdateien soll sich das bemerkbar machen.Thunderbolt 5 bietet eine Bandbreite von bis zu 120 Gbit/s und ermöglicht unter anderem den Anschluss schneller externer SSDs, PCIe-Erweiterungsgehäuse und professioneller Displays. Zusätzlich unterstützt der Mac Studio Genlock über USB-C.Für drahtlose Verbindungen integriert Apple seinen N1-Chip und bringt damit erstmals Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 in den Mac Studio. Abhängig von der Konfiguration können bis zu acht Displays oder vier Studio Display XDR mit voller 5K-Auflösung und 120 Hz betrieben werden.Preise und VerfügbarkeitDer Mac Studio mit M5 Max startet in Deutschland bei 2.999 Euro, für Bildungskunden werden mindestens 2.759 Euro fällig. Der Mac Studio mit M5 Ultra kostet ab 6.599 Euro beziehungsweise 6.119 Euro im Bildungsbereich.Beide Modelle können ab heute bestellt werden und sollen ab dem 22. September ausgeliefert werden. Eine Besonderheit gilt für die Maximalkonfiguration mit 512 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher: Diese soll erst Ende Oktober verfügbar sein.Der Beitrag Für 3D- und KI-Arbeit: Neuer Mac Studio zielt auf Profianwender und Unternehmen erschien zuerst auf Apfelpage.