25.08.2026 12.36Online seit heute, 12.36 UhrÄltere Menschen sind gesundheitlich von Hitze häufig besonders stark betroffen. In Österreich wurden heuer zum ersten Mal Temperaturen von über 41 Grad gemessen, was auch etliche Wohnungen stark aufgeheizt haben dürfte.Über den Sommer haben daher Greenpeace, die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien und der Österreichische Seniorenrat die tatsächlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in mehreren Wiener Wohnräumen prüfen lassen.Für die Fachleute bestätigte sich ein alarmierender Trend. In allen untersuchten Wohnungen seien an mindestens 14 Tagen zwischen Mitte Juni und Mitte August mehr als 27 Grad gemessen worden – das ist die gesundheitlich kritische Temperaturschwelle.„Waren es unter 27 Grad, war die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass es trotzdem sehr heiß geworden ist“, erklärte Professor Herbert Formayer von der BOKU bei einer Pressekonferenz heute. In der heißesten Wohnung seien an 26 Tagen über 30 Grad gemessen worden.Auch in der Nacht kaum ErleichterungInsgesamt habe man zwölf Wiener Wohnungen von Seniorinnen und Senioren zwei Monate lang untersucht. Auch die Nächte hätten kaum Erleichterung gebracht: Laut den Ergebnissen sank in der Hälfte der Wohnungen in mindestens 25 Nächten die Temperatur nicht unter die kritischen 27 Grad.Städte seien „nicht für diese Hitzeereignisse, die wir jetzt erleben, gebaut worden“, so Formayer. Es sei schwer zu sagen, wie repräsentativ die Daten seien, da es nur wenige Messungen in Privaträumen gebe. Geht es nach dem Experten, sind aber die besonders heißen Wohnungen hier „ein bisschen unterrepräsentiert“.Die drei wärmsten Wohnungen waren der Studie zufolge allesamt Nachkriegsbauten mit schlechter Isolierung. Auch zeige sich im unmittelbaren Umfeld der Gebäude ein „Versiegelungsgrad von ungefähr 70 Prozent Minimum“, so Marc Dengler von Greenpeace Österreich, der auf mehr Begrünung und eine Sanierungsoffensive pocht.Seniorenrat fordert MaßnahmenSeniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec will nun Hitzemaßnahmen bis zum nächsten Sommer, möglichst unbürokratisch. Etwa fordert sie verbindliche und österreichweit einheitliche Hitzeaktionspläne und Hitzeschutzstandards – noch heuer.Aus Sicht von Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), ist die Hitze auch in Pflegeheimen ein Problem. Empfehlungen des Sozialministeriums, wie bei Hitze in Pflegeheimen umzugehen sei, würden ihr nicht reichen. Es brauche „verbindliche Normen“ und „bauliche Maßnahmen“, so Gerstorfer.