27.08.2026 16.23Online seit heute, 16.23 UhrKonsequente Maßnahmen beim Thema Gewaltschutz haben Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) angekündigt. Das Budget im Innenministerium dafür werde 2027 auf 27 Millionen Euro erhöht, die Zahl der Präventionsbeamten hätte sich auf über 1.400 verdreifacht.Details zu elektronischem Monitoring von Hochrisikotätern sollen im Herbst kommen, hieß es heute bei einem Pressetermin zu Gewaltschutz in der Polizeiausbildung.„22 ermordete Mädchen und Frauen im Alter von einem bis 89 Jahren sind für uns Mahnung und Auftrag zugleich, beim Thema Gewaltschutz nicht lockerzulassen“, sagte Karner. Das Thema sei zentral in der Grundausbildung von Polizistinnen und Polizisten. Wichtig sei auch, dass die Polizei immer weiblicher werde, denn Frauen würden sich eher Beamtinnen anvertrauen.Auch das Frauenbudget werde in den kommenden zwei Jahren erhöht, davon würde ein Teil in verstärkten Gewaltschutz fließen, sagte Frauenministerin Holzleitner. Beratungsstellen für sexualisierte Gewalt hätten beispielsweise sehr viele Anfragen bekommen, hier gebe es eine bewusste Aufstockung.Details zu Fußfessel im HerbstDie Fußfessel für Gefährder und Hochrisikotäter, die in Zusammenarbeit mit Justiz- und Frauenministerium erarbeitet wird, werde derzeit vorbereitet. Eine Einschätzung zur Umsetzung solle im Herbst kommen, kündigte Holzleitner an.Holzleitner betonte auch, dass die Expertise der Gewaltschutzzentren in die Polizeiausbildung einfließe. Das sei ein Beispiel dafür, wie Gewaltschutz kontinuierlich verbessert werden kann.Proaktiver Ansatz wichtigNach einer Wegweisung würden Gewaltschutzzentren Opfer kontaktieren und aktiv Unterstützung anbieten. Bei Gewalt in der Privatsphäre bestünden intime Beziehungen, führte Nicole Krejci, Leiterin der Gewaltschutzzentren Wien, aus. Das mache es für Betroffene sehr schwer, sich Hilfe zu holen. Deshalb sei dieser proaktive Ansatz der Gewaltschutzzentren so wichtig.Gewaltschutz sei eine der wichtigsten und sensibelsten Aufgaben in der Polizeiarbeit, sagte Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamts. Die Ausweitung des Betretungsverbots um ein Annäherungsverbot 2019 sei hier ein großer Meilenstein gewesen.2025 wurden rund 14.100 dieser Verbote ausgesprochen, bis August 2026 gab es davon knapp 9.000. 124 sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen wurden heuer abgehalten, im Vorjahr waren es 161.