Italien setzt deutsches NGO-Schiff für 45 Tage fest

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23.08.2026 16.28Online seit heute, 16.28 UhrDie italienischen Behörden haben das deutsche Rettungsschiff Sea-Watch 5 für 45 Tage festgesetzt und eine Geldstrafe von 7.500 Euro verhängt. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums verstieß das Schiff gegen Vorgaben für Rettungseinsätze im Mittelmeer.Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi warf der deutschen Organisation vor, gesetzliche Pflichten bei Einsätzen auf See missachtet zu haben. Such- und Rettungsaktionen müssten von den zuständigen Staaten organisiert und koordiniert werden und nicht von NGOs.Die Sea-Watch 5 hatte sechs Menschen in internationalen Gewässern im libyschen Such- und Rettungsgebiet (SAR) aufgenommen, darunter drei unbegleitete Minderjährige. Die Geretteten stammten aus dem Nahen Osten. Nach vier Tagen Fahrt erreichte das Schiff am 13. August den Hafen von Neapel.Sea-Watch erklärte, Italien und andere europäische Anrainerstaaten über den Einsatz informiert zu haben, nicht jedoch das libysche Seenotrettungs-Koordinierungszentrum.Die Organisation bezeichnete dieses als nicht legitim und warf libyschen Akteuren vor, kurz nach der Rettung mit einem Gewehr auf das Schiff gezielt und die Besatzung zum Verlassen ihres „Gebiets“ aufgefordert zu haben.Sea-Watch kündigte an, gegen die Festsetzung vorgehen zu wollen. Man sei überzeugt, rechtmäßig gehandelt zu haben und bereite deshalb einen Einspruch vor Gericht vor. Bei früheren Festsetzungen von Rettungsschiffen seien entsprechende Verfahren vielfach zugunsten der Organisation ausgegangen.