Digitale Trinkgeldabfrage: Verbraucherschützer warnen vor Druck

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Beim Bezahlen mit Karte landet die Frage nach dem Trinkgeld inzwischen häufig direkt auf dem Display des Terminals. Verbraucherschützer sehen dabei ein Problem, wenn vorgegebene Prozentsätze deutlich hervorgehoben werden, während die Ablehnung oder eine selbst gewählte Summe weniger prominent erscheint.Die Trinkgeldabfrage des Bezahldienstleisters FlatpayDer Verbraucherzentrale Bundesverband fordert deshalb eine Gestaltung, bei der alle Möglichkeiten ohne Umwege erreichbar sind. Konkret geht es um Bezahlmasken, die beispielsweise mehrere prozentuale Aufschläge groß präsentieren, alternative Eingaben aber optisch zurücknehmen. Nach Ansicht des Verbands kann eine solche Oberfläche die Entscheidung der Gäste in eine bestimmte Richtung lenken.Mehrheit fordert eine neutrale AuswahlGrundlage der aktuellen Kritik ist unter anderem eine Forsa-Erhebung, über die die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Befragt wurden Anfang August 1.009 Menschen ab 18 Jahren. 76 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Verzicht auf Trinkgeld oder ein geringerer eigener Betrag genauso einfach gewählt werden kann wie die angezeigten Vorschläge. Insgesamt 52 Prozent geben zudem an, sich durch besonders auffällige Prozentfelder zumindest eher unter Druck gesetzt zu fühlen.Das Thema gewinnt an Bedeutung, weil Kartenzahlungen und mobile Wallets weiter zulegen. Bei den Sparkassen werden inzwischen mehr als 95 Prozent der Kartenzahlungen kontaktlos abgewickelt. Damit wird auch die Entscheidung über das Trinkgeld zunehmend Teil des digitalen Bezahlvorgangs.Der Gastronomieverband Dehoga verweist darauf, dass solche Funktionen Kunden ohne Bargeld überhaupt erst eine unkomplizierte Zugabe ermöglichen.US-Nutzer reagieren zunehmend zurückhaltendDass digitale Trinkgeldabfragen nicht nur in Deutschland Diskussionen auslösen, zeigt eine aktuelle Untersuchung des Restaurantdienstleisters Popmenu. Für die Studie wurden im März 1.000 Erwachsene in den USA befragt. 59 Prozent sagen, dass sie sich bei einer entsprechenden Aufforderung auf dem Bildschirm zum Trinkgeldgeben veranlasst fühlen. Im September 2025 lag dieser Anteil noch bei 66 Prozent.Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, solche Abfragen zu überspringen. 42 Prozent erklären, dass ihnen dies inzwischen leichter fällt. 74 Prozent haben außerdem den Eindruck, dass Restaurants die niedrigste vorgeschlagene Trinkgeldstufe angehoben haben. Bei eingeblendeten Empfehlungen entscheidet sich gut ein Drittel für einen selbst festgelegten Betrag.Der Beitrag Digitale Trinkgeldabfrage: Verbraucherschützer warnen vor Druck wurde zuerst auf ifun.de veröffentlicht.